23.07.2019 06:45 |

Mehr als Käse & Uhren

Kulturstadt der Schweiz: Luzern nach Lust & Laune

Umgeben von Bergen und direkt am idyllischen Vierwaldstättersee: Die siebentgrößte Stadt der Schweiz hat mehr zu bieten als besten Käse und feinste Schokolade.

Wussten Sie etwa, dass Luzern auf Platz zwei des weltweiten Uhrenverkaufs steht? Nur Hongkong verkauft noch mehr Uhren. Rund um den Schwanenplatz in der malerischen Altstadt bietet sich ein Eldorado für Uhrensammler und -liebhaber, denn alle bekannten Marken sind hier vertreten. Spaziert man von der Altstadt Richtung Vierwaldstättersee, vorbei an den zahlreichen historischen Häusern, passiert man das Wahrzeichen der Stadt, die Kapellbrücke mit ihrem Wasserturm. Die Holzbrücke, dessen Giebel mit Bildern von Szenen der Schweizer Geschichte verziert sind, verbindet die Altstadt mit der Neustadt. Samstag ist stets Markttag, und so werden rund um die Brücke feinste Schweizer Spezialitäten angeboten. Am besten also einen Einkaufskorb mitnehmen und dann ab auf die prachtvolle und äußerst gepflegte Seepromenade, welche zum Spazieren und Verweilen einlädt.

Wer das Treiben am See nicht nur von der Promenade aus beobachten will, dem sei eine Rundfahrt mit einem der fünf nostalgischen Raddampfer ans Herz gelegt. So lassen sich all die wunderbaren Landschaften und idyllischen Buchten rund um den zweitgrößten See der Schweiz erkunden. Am besten ist jedoch, selbst aktiv zu werden, denn der Vierwaldstättersee ist ein Paradies für Wassersportler.

Der Duft von Schokolade
Egal, wo man sich in Luzern gerade befindet, stets lockt der Duft feinster Schokolade. Wie wäre es jedoch, diese selbst herzustellen? Möglich ist dies bei Max Chocolatier, einer Schokoladenmanufaktur samt Geschäft direkt an der Seepromenade. Chef-Chocolatier Daniel zeigt und erklärt geduldig, wie Pralinen produziert werden, und hilft beim Formen und individuellen Verzieren der eigenen Schokoladentafel, welche natürlich dekorativ verpackt mitgenommen werden darf – oder am besten gleich vernascht wird. Widerstehen ist bei Max Chocolatier ohnehin zwecklos.

Vier Chocolatiers produzieren im Atelier mit Seeblick feinste Schokolade und Pralinen mit teils außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen: etwa jene mit Alpenheu-Geschmack. Ja, Sie haben richtig gelesen. Aber keine Sorge, das Heu wird bei der Verarbeitung wie Tee in den Rahm eingekocht. Für Liebhaber des braunen Goldes ein wahres Fest für den Gaumen.

Auch Liebhaber der klassischen Musik kommen in Luzern nicht zu kurz, denn die 84.000-Einwohner-Stadt ist DAS Kulturzentrum der Zentralschweiz. Beim jährlich stattfindenden „Lucerne Festival“ im modernen Kultur- und Kongresszentrum direkt am See, treffen sich die Koryphäen der klassischen Musik. So sind während des Sommer-Festivals Ende August/Anfang September täglich die weltweit renommiertesten Sinfonieorchester zu erleben: von den Wiener Philharmonikern bis zum London Symphony Orchestra. Und das in einem für seine phantastische Akustik gerühmten Konzertsaal, gebaut nach den Plänen des Star-Architekten Jean Nouvel.

Luzern bietet jedoch nicht nur jede Menge Kultur, sondern auch einzigartige Kunst. Denn in der „Sammlung Rosengart“ im ehemaligen Regionalsitz der Schweizer Nationalbank befinden sich außergewöhnliche Werke von Weltrang. Zu verdanken ist dies der 87-jährigen Angela Rosengart, die 1992 eine Stiftung gründete und seit März 2002 ihre exklusive Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich macht – und gelegentlich sogar selbst durch die Räume führt. Die beiden Schwerpunkte bilden Paul Klee – mit 125 Werken vertreten – und die exzellent bestückte Sammlung von Pablo Picasso, dessen 32 Gemälde natürlich das Kronstück des Museums sind. Nicht zu vergessen die beiden Porträts, die Picasso von der jungen Angela Rosengart malte. Weitere 21 Künstler von Weltrang, etwa Cézanne, Monet, Renoir, Kandinsky oder Matisse, vervollständigen die Sammlung, die insgesamt über 220 Kunstwerke ausmacht. Und welches Bild ist Ihr Lieblingsbild, Frau Rosengart? „Alle“, schmunzelt sie.

Überhaupt steht Luzern heuer im Zeichen der Kunst, feiert die Luzerner Kunstgesellschaft doch ihr 200-Jahre-Jubiläum. Zelebriert wird dies mit der Ausstellung „Turner. Das Meer und die Alpen“. Und das aus gutem Grund, denn der britische Künstler Joseph Mallord William Turner bereiste die Schweiz und besuchte die Stadt just in jenen Jahren, als die Kunstgesellschaft gegründet wurde. Seine auf Ölgemälden festgehaltenen Eindrücke dieser Reise sind von 6. Juli bis 13. Oktober 2019 im örtlichen Kunstmuseum zu sehen.

Wollen die Luzerner raus aus der Stadt, dann geht’s zumeist rauf auf den Berg. Etwa auf den 2132 Meter hohen Pilatus. Der Sage nach soll niemand Geringerer als Pontius Pilatus hier seine letzte Ruhestätte gefunden haben. Die Anreise selbst ist bereits ein Erlebnis für sich. Nach einer rund einstündigen Schifffahrt mit einem nostalgischen Raddampfer geht es im Örtchen Alpnachstad mit der Zahnradbahn direkt zum Berghotel Pilatus Kulm auf 2100 Meter Höhe. Diese Fahrt ist etwas Besonderes, denn die Pilatusbahn ist die steilste Zahnradbahn der Welt. Zweimal weist sie während der 4618 Meter langen Schmalspurstrecke eine Steigung von 48 Prozent auf. Und oben angekommen, bietet sich eine freie Sicht auf die atemberaubende Bergwelt und den Vierwaldstättersee bis nach Luzern.

Sportliche erkunden dieses Wanderparadies freilich zu Fuß. Bei der rund drei Stunden dauernden Wanderung kann es vorkommen, dass man dem einen oder anderen Steinbock begegnet, denn rund 100 Steinböcke leben oben auf dem Pilatus.

Ein besonderes Erlebnis im Berghotel ist der regelmäßig stattfindende Astronomieabend. Der Luxemburger Physiker Jos Kohn führt mit voller Leidenschaft durch den Abend. Und diese Leidenschaft überträgt sich schnell, hat man erst einmal einen Blick durch das Teleskop gewagt. Denn wann bietet sich schon die Gelegenheit, den Planeten Saturn in voller Schärfe zu sehen – und das bei dieser traumhaften Kulisse! Und, haben Sie schon Lust auf Luzern?

Eva Bianca Waculik, Kronen Zeitung

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