Wende möglich

Irak-Wahl: Stimmen aus Bagdad werden neu ausgezählt

Ausland
19.04.2010 13:58
Rund eineinhalb Monate nach der äußerst knappen Parlamentswahl im Irak kommt das Ergebnis auf den Prüfstand. Ein Kontrollgremium ordnete am Montag die Neuauszählung aller in Bagdad abgegebenen Stimmen an.

Damit könnte sich das Blatt zugunsten des bisherigen Verlierers, des Noch-Amtsinhabers Nuri al-Maliki, wenden oder aber die Mehrheit von Iyad Allawi gefestigt werden. Die Hauptstädter entschieden mit ihren Stimmen über 68 der insgesamt 325 Parlamentssitze.

Die Wahl am 7. März war mit zwei Sitzen Unterschied denkbar knapp ausgegangen. Nach Angaben der Wahlkommission sollte mit der Neubewertung per Hand noch am Montag begonnen werden. Maliki ist bisher nicht bereit, Allawi als stimmenstärksten Kandidaten anzuerkennen, und erklärte, dass ihm durch "Manipulationen" mindestens 750.000 Stimmen bei der Auszählung "geraubt" worden seien.

Staatspräsident Jalal Talabani hatte zuletzt erklärt, er befürworte die Bildung einer Allparteienregierung. Angesichts der blockierten Sondierungsgespräche über mögliche Koalitionen sagte Talabani, an der nächsten Regierung müssten alle Parlamentsfraktionen beteiligt werden, die bei der Parlamentswahl Mandate errungen haben. Da keines der Wahlbündnisse mehr als ein Drittel der Stimmen erhalten hat, gestaltet sich die Koalitionsbildung schwierig.

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