28.06.2019 10:42

Unendlich Nachschub

„Mario Maker 2“: Was kann der Level-Baukasten?

Mit dem „Super Mario Maker“ für Wii U und 3DS machte Nintendo die Fans seiner Jump’n’Run-Ikone Mario auf gelungene Weise zu Architekten ihrer eigenen Levels. Jetzt ist der Nachfolger erschienen: „Super Mario Maker 2“ setzt das Erfolgsrezept des ersten Teils auf der Switch konsequent fort, liefert jetzt noch mehr Baumöglichkeiten, eine nette Singleplayer-Kampagne und einen aufgebohrten Online- und Multiplayer-Modus. Wir haben probegebaut.

Es gibt Spiele, in denen man nach einem Durchgang alles gesehen hat. Und es gibt Spiele, die man immer wieder gerne startet, weil sie vor Langzeitmotivation nur so triefen - sei es wegen ihrer Multiplayer-Tauglichkeit, weil man sich kreativ austoben darf oder weil sie laufend neue Inhalte bereitstellen.

Beim „Super Mario Maker 2“ sind diese Faktoren gegeben, Nintendos Baukasten kann Spieler mit einem Faible für Jump’n’Runs und Selbstbau monate-, wenn nicht jahrelang beschäftigen. Und selbst, wenn man sich weniger für die Baukomponente und mehr für fertige Levels interessiert, wird man durch steten Nachschub aus dem Netz gut bedient.

Dicker Jump’n’Run-Baukasten für Mario-Fans
Aber der Reihe nach: Im Kern ist „Super Mario Maker 2“ für die Switch ein umfangreicher und dank gut gemachter Tutorials schnell zu erlernender Jump’n’Run-Baukasten. Enthalten sind authentische „Super Mario“-Grafikstile aus 30 Jahren, vom ersten „Super Mario Bros.“ über den beliebten dritten Teil, den SNES-Klassiker „Super Mario World“, bis hin zu den neueren Ablegern „New Super Mario Bros.“ und - neu, allerdings ausschließlich in 2D - „Super Mario 3D World“. Da ist für jede Generation von Mario-Fans etwas passendes dabei.

Neue Bausteine mit verblüffenden Möglichkeiten
Gegenüber der ersten Inkarnation des „Super Mario Maker“ wurde der Editor im zweiten Teil noch einmal gehörig aufgefettet. Man darf nun Abhänge zum Runterrutschen in die Levels einbauen, die fiese Sonne aus „Super Mario Bros. 3“ auf den Spieler hetzen, Ein-Aus-Schalter setzen, steigenden und dann wieder sinkenden Wasserstand, Tag-Nacht-Wechsel und etliche andere Neuerungen einbauen.

Waren schon mit dem ersten Teil verblüffende Level-Konstrukte möglich, sollte die Community mit den neuen Werkzeugen sogar noch interessantere Welten bauen können. Neue Level-Designs für Wüsten-, Eis-, Wald- oder Himmelswelten gibt es auch.

Übersichtliche, aber kostenpflichtige Level-Datenbank
Die Welten können hochgeladen und von der Community bewertet werden: Ranglisten stacheln den Ehrgeiz an, die Uploads stellen außerdem einen steten Quell neuer kreativer Levels dar und sorgen dafür, dass es nie an Level-Nachschub mangelt. Erfreulicherweise hat Nintendo bei der Online-Komponente an der Übersichtlichkeit gearbeitet, was die Suche nach Levels einfacher macht als früher.

Wermutstropfen an der Online-Funktion: Wer sie nutzen will, muss Abonnent des kostenpflichtigen Switch-Onlinedienstes sein. Der kostet 20 Euro im Jahr und bringt nebst Multiplayer-Funktion Zugriff auf einen wachsenden Katalog von NES-Klassikern.

Netter Storymodus mit kreativen Level-Kreationen
Wer lieber fertige Levels spielt, als welche zu bauen, wird mit „Super Mario Maker 2“ auch gut bedient. Nintendo hat dem Spiel einen netten, wenn auch nicht sonderlich wendungsreichen Story-Modus mit über 100 vorgefertigten Levels spendiert, in dem man Münzen verdient und diese in den Wiederaufbau des auf tierische Weise dem Erdboden gleichgemachten Schlosses der Prinzessin investiert. Hier legen Nintendos Level-Designer ganz schön kreative Welten vor - als Spaß für zwischendurch und als Inspiration für spätere Eigenkreationen.

Optisch und akustisch gelungenes Mario-Feeling
Optisch und akustisch ist „Super Mario Maker 2“ ein Fest für Maio-Fans jeden Alters. Grafisch hat man die Klassiker, die für den Baukasten Modell standen, mit viel Liebe zum Detail auf die Switch übertragen und ein ebenso buntes wie hübsches Gesamtpaket erstellt. Außerdem gibt es ordentlich was auf die Ohren: Der Baukasten enthält nicht nur viele Stücke aus früheren Mario-Spielen, sondern auch neue Kreationen von Nintendo-Komponist Koji Kondo. Ebenfalls erfreulich: Neben der optischen Anpassbarkeit der Levels gibt es nun auch einen Sound-Baukasten, mit dem man Soundeffekte in den Levels verteilen und ihnen seine eigene Handschrift verleihen kann.

Steuerung auf der Wii U war etwas präziser
Ein kleiner Rückschritt gegenüber der ersten Version auf der Wii U und dem 3DS: Die Bedienung geht mangels Eingabestift nicht mehr ganz so gut von der Hand wie beim Vorgängerspiel. Im mobilen Modus am Touchscreen geht der Levelbau zwar trotz etwas geringerer Präzision intuitiv voran, beim Bauen am TV-Bildschirm kann sich die Steuerung aber etwas hakelig anfühlen. Kein großes Problem, zumal man dafür ein inhaltlich wesentlich umfangreicheres Spiel als Teil eins bekommt, aber für manch einen Mario-Maker-Veteranen vielleicht ein Haar in der Suppe.

Die Mehrspielerkomponente von „Super Mario Maker 2“ umfasst nicht nur gemeinsames Bauen auf der Switch, sondern auch mehrere Online-Modi, in denen man wahlweise gegeneinander spielt und versucht, einen Level als erster abzuschließen, oder miteinander durch die Levels läuft.

Fazit: Sicher, die Steuerung auf der Wii U war eine Spur präziser, davon abgesehen hat Nintendo seinen Mario-Baukasten aber mit einem Haufen neuer Elemente gehörig aufgebohrt. „Super Mario Maker 2“ ist nicht nur für Baumeister interessant, sondern dank Online-Nachschub und Solo-Abenteuer auch für Gamer, die lieber fertige Levels spielen, als selbst welche zu bauen. In jedem Fall: „Super Mario Maker 2“ ist ein Fest für jeden Jump’n’Run-Fan, das mit seinem wohl nie versiegenden Level-Nachschub und den kreativen Möglichkeiten Monate, wenn nicht Jahre unterhält.

Plattform: Switch
Publisher: Nintendo

krone.at-Wertung: 10/10

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Mangel an Beweisen
Frau vergewaltigt? Keine Anklage gegen Ronaldo!
Fußball International
Spiel in Kapfenberg
Remis zwischen Wolfsburg & Fenerbahce bei Testkick
Fußball International
Neuer Barcelona-Star
Griezmann: „Messi? Habe nichts von ihm gehört“
Fußball International
Transfer-Hickhack
Martin Hinteregger will „nicht unbedingt“ weg
Fußball International
Deutsche Bundesliga
SC Freiburg verlängert mit Abwehrspieler Lienhart
Fußball International
80 Millionen € Verlust
Alle Züge verkauft: Westbahn zieht Notbremse!
Österreich
Ungeliebter Star
Transfer-Hammer! Tauscht Real Bale gegen Neymar?
Fußball International
Ab nach Gladbach
Sohn von Lilian Thuram kommt in die Bundesliga
Fußball International
„Besser als gut“
Das sagt Gladbachs Weltmeister über Neo-Coach Rose
Fußball International

Newsletter