Keine Geschenke mehr

“Natürlich wollen wir auch Salzburg ein Bein stellen”

Kärnten
09.04.2010 13:01
Es ist ein würdiger Schlussstrich unter diesen miserablen, trostlosen Herbst gewesen: Als Michi Sollbauer (links im Bild) nach starker, aufopfernder Leistung am 11. Dezember Salzburg in der 89. Minute mittels Eigentor das 1:0 schenkte, hatte er das Mitgefühl von Mitspielern und auch Gegnern. Am Samstag gibt's in der Hypo-Arena nun das Wiedersehen mit dem alten und wohl auch neuen Meister.

Er ist einer der sympathischen "jungen Wilden" der Austria Kärnten, die in den letzten Wochen kräftig Reklame in eigener Sache machten. Als mittlerer von drei Fußball spielenden Brüdern war Michi Sollbauer (19) vor fünf Jahren vom Görtschitztal (wo sein Vater den Klubchef bei Wietersdorf macht) in die Akademie gekommen. Angerückt ist er als Offensivspieler, bei der U 15 wurde er dann zum Innenverteidiger umfunktioniert, mittlerweile hat er die rechte Außenposition in der Abwehr inne. "Hauptsache ich spiele", sagt Michi.

Damals am 11. Dezember, am Ende seiner allerersten Bundesligapartie, die er vom Start weg bestritt, litten sie alle mit ihm. Nach einem immens tapferen, intensiven Fight auf dem gefürchteten Salzburger Kunstrasen hatte die Austria das 0:0 und einen sensationellen Punkt praktisch schon in der Tasche – als "Solli" in der 89. Minute eine Ulmer-Flanke mit rechts unhaltbar für Heinz Weber ins eigene Tor ablenkte. "Bitter, weil die Leistung bis dahin wirklich sehr anständig war. Am nächsten Tag hat die Aktion schon sehr genervt – aber mittlerweile ist alles vergessen, abgehakt. Trainer und Mannschaft haben sich super verhalten, mir sehr geholfen."

"Natürlich wollen wir auch Salzburg ein Bein stellen"
Und am Samstag? Chancen geben den Fast-Meister? Gar die Hoffnung, diesmal ins richtige Tor zu treffen? "Wir haben gegen Rapid gezeigt, wozu wir im Stande sind – natürlich wollen wir auch Salzburg ein Bein stellen, die Spannung in die Liga zurückholen." Dazu muss am Freitag zum Auftakt der 29. Runde Rapid in Ried siegen. Und das ohne Pehlivan (Nasenbeinbruch im Training) und ohne Salihi (Verhärtung).

von Conny Lenz ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at

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