14.06.2019 15:08 |

ÖGB prescht vor:

Arbeitsplätze „klimafit“, sonst bezahlt hitzefrei!

Bezahlt hitzefrei? Nach der hohen Zahl an extremen Hitzetagen im Vorjahr dürften auch in diesem Sommer wieder besonders viele Tropentage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius zur gesundheitsgefährdenden Belastung für viele Menschen werden. Der ÖGB will deshalb die Arbeitsplätze „klimafit“ machen, Präsident Wolfgang Katzian fordert gar eine Hitzeregelung im Kollektivvertrag. Arbeitgeber sollen bei Temperaturen ab 25 Grad Maßnahmen zur Temperatursenkung umsetzen, sonst soll es bezahlt hitzefrei für die Belegschaft geben, sind sich Gewerkschaftsbund und Arbeiterkammer einig.

Von den immer länger andauernden Hitzeperioden seien „starke und breitenwirksame negative Gesundheitsfolgen“ zu erwarten, heißt es in einer Aussendung des ÖGB. Weil dabei die Menschen an ihrem Arbeitsplatz besonders lange oder andauernd der Hitze ausgesetzt sind, will der Gewerkschaftsbund jetzt die Arbeitgeber in die Verantwortung nehmen.

Katzian: „Arbeitsplätze müssen klimafit werden“
Die Gewerkschafter berufen sich dabei auf die Fürsorgepflicht. „Unsere Arbeitsplätze müssen klimafit werden“, so ÖGB-Chef Katzian. Bisher gab es keine verpflichtenden Regelungen für die Arbeitgeber, wenn die Raumtemperatur 25 Grad Celsius überschreitet oder bei direkter Sonneneinstrahlung gearbeitet wird. ÖGB und Arbeiterkammer fordern daher, dass Arbeitgeber verpflichtet werden, ab 25 Grad Celsius Maßnahmen zu setzen, um die Hitze zu reduzieren.

In einem gemeinsam mit der Arbeiterkammer erstellten Forderungskatalog mit möglichen Maßnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz ist beispielsweise die Rede von organisatorischen Lüftungsmaßnahmen, temperatursenkenden baulichen Maßnahmen, Abschirmung von Sonneneinstrahlung durch diverse Vorrichtungen, Ventilatoren oder Lockerung der Bekleidungsregelungen. Welche Regelungen getroffen werden, sei Entscheidung des Arbeitgebers, wird vonseiten des ÖGB betont.

Maßnahmen treffen, sonst bezahlt hitzefrei
Sollten die genannten Maßnahmen allesamt nicht zur Absenkung der Temperatur ausreichen, sind laut ÖGB und AK Ersatzarbeitsplätze bereitzustellen, die Arbeitszeit auf maximal acht Stunden zu begrenzen und zusätzliche bezahlte Pausenregelungen zu schaffen. Wenn das nicht möglich ist oder der Arbeitgeber gar Maßnahmen verweigern sollte, dann sollen die Arbeitnehmer bezahlt hitzefrei bekommen, stellt Katzian klar - eine Forderung, der sich in einer Aussendung am Freitag auch AK-Präsidentin Renate Anderl anschloss.

Für diesen Sommer ist es aber ohnehin zu spät: Seine Vorstellungen in Sachen Hitzeschutz will Katzian in die Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst einbringen. Die diesjährigen Verhandlungen in der Bau-Branche haben laut ÖGB erste Erfolge gebracht: Mit 1. Mai wurde die Hitzefrei-Regelung am Bau von 35 auf 32,5 Grad Celsius gesenkt. Diese Regelung soll in Zukunft als Vorbild für andere Branchen gelten.

Harald Dragan
Harald Dragan

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