Auto-Test

Mercedes A-Klasse: Kurz und gut

Motor
14.01.2009 15:04
Die A-Klasse ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Und das ist höchst positiv! Wo sonst bekommt man ein Auto, das ein Kleinwagen ist, der keiner ist? Klingt komisch, ist aber so, wie ich bei einem ausgiebigen Test erfahren konnte. Und ein angenehmer Reisegefährte ist der kleine Mercedes auch!
Die A-Klasse ist tatsächlich innen größer als außen. Außen mit 3,83 Meter immerhin 8 Zentimeter kürzer als ein VW Polo, bietet er innen den Platz, den man sich von einem Mercedes erwartet. Und die edle Anmutung dazu! 
 
Kein Vergleich auch zur ersten Ausgabe der A-Klasse. Das kleinste Kind der Mercedes-Familie ist erwachsen geworden: Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der neue Kompaktwagen 23 Zentimeter länger und 4,5 Zentimeter breiter. Der Kofferraum schluckt klaglos 435 Liter. Zum Vergleich: Der kürzere Polo packt gerade mal 270 Liter.
 
Woher kommt der viele Platz? 
Es ist das Sandwich-Konzept, das aus dem Kleinwagen innen einen Mini-Van auf Mittelklasse-Niveau macht. Der Motor liegt schräg vor dem Passagierraum und taucht im Crash-Fall unten durch. Deshalb hat die A-Klasse einen extrem kurzen Überhang vorne. Der macht die Schnauze extrem unübersichtlich, aber mit Abstandssensor (nicht darauf verzichten!) ist auch das Einparken kein Problem. Wenn man sich in einem so großen Auto fühlt, wie es die A-Klasse suggeriert, ist man immer wieder überrascht, in wie kleine Parklücken man hineinkommt! Man muss sich glatt zwingen, es bei einer zu kleinen Lücke zu probieren. Oft genug stellt sie sich als ausreichend heraus!
 
Gemütlicher Zeitgenosse
Der Testwagen war ein A 160 CDI, also der Diesel mit 82 PS. Klingt irgendwie fad, macht aber einiges her. Bei 1991 ccm Hubraum braucht der A 160 natürlich keinen Turbolader, um seine Leistung zu erreichen, sondern holt sich die Kraft aus dem Hubraum (der ja bekanntlich durch nichts zu ersetzen ist). 180 Nm stemmt der Common-Rail-Direkteinspritzer zwischen 1400 und 2600 Umdrehungen auf die Kurbelwelle.
 
Nun ist die A-Klasse ja nicht gerade ein Leichtgewicht. Rund 1300 Kilo wollen erstmal bewegt werden. In 15 Sekunden ist die Fuhre auf 100, wenn man das hervorragende Getriebe flott durchschaltet (bis in den fünften kommt man dabei natürlich nicht). Trotzdem hatte ich nie das Gefühl, in einer lahmen Schüssel zu sitzen. 170 km/h Höchsttempo reichen hierzulande (wie auch im außerdeutschen Ausland) für ein saftiges Bußgeld, und Überholen lässt es sich erstaunlich gut.
 
Sauberes Fahrwerk
Inzwischen darf man in Gegenwart eines Mercedes-Mitarbeiters sogar den Ausdruck Elch-Test wieder verwenden. Das Fahrwerk ist ein feines Stück Untertürkheimer Kunst. Die Karosserie neigt sich zwar spürbar zur Seite, und die Reifen singen das Lied der schnellen Kurve, das Gefühl ist aber jederzeit ein sicheres und das leicht untersteuernde Fahrverhalten jederzeit gut zu handeln. ESP ist ja auch noch serienmäßig an Bord.
 
Neu gestaltete Scheinwerfer, eine markantere Kühlermaske, muskulös geformte Kotflügel und eine schwungvoll gezeichnete Seitenlinie verstärken das kompakt-dynamische, selbstbewusste Erscheinungsbild. Der Kleine schaut richtig gut aus! (Man sollte dazu vielleicht wissen, dass ich die alte A-Klasse furchtbar finde.)
 
Einsteigen und wohlfühlen
Man fühlt sich gut aufgehoben. Der Sound der Stereoanlage, die Mercedes einbaut, ist hervorragend, die Klimaanlage ist serienmäßig, es lässt sich herrlich reisen. Nur der überladene Blinkerhebel hat mich genervt. Dort hat die Scheibenwischerbetätigung einfach nichts verloren. Den Hebel in Längsrichtung zu drücken, um einmal zu wischen, ist auch viel zu umständlich. Und der Hebel sitzt zu weit unten, man muss die Hand also aus der Fahrposition nehmen, um ihn zu bedienen. Schade, dass die Ergonomie hier nicht ein bisschen besser ist.
 
Stolzer Preis 
Die Exklusivität dieses gelungenen Autokonzeptes lässt man sich entsprechend bezahlen. Um knapp 22.200 Euro für den fünftürigen A 160 CDI bekommt man unter anderem Klimaanlage, Multifunktions-Lenkrad, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, ESP, selektives Dämpfungssystem, Rundumairbags und Gurtkraftbegrenzer sogar im Fond serienmäßig. Der Partikelfilter kostet allerdings Aufpreis. Das müsste wirklich nicht sein! Der Testwagen kostete 25.750 Euro und war nicht überausgestattet. Eher so, wie man es sich von einem Mercedes erwartet. 
 
Platz ist in der kleinsten Villa, vor allem wenn sie eine A-Klasse ist!
 
Stephan Schätzl
Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Motor
14.01.2009 15:04
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

KMM
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt