Attentate in Bagdad

Mindestens 42 Tote bei Anschlägen auf Botschaften

Ausland
04.04.2010 14:33
Bei drei schweren Explosionen im Zentrum von Bagdad sind am Sonntag nach Polizeiangaben 42 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Sicherheitskräfte gingen von Anschlägen aus, die gezielt ausländischen Botschaften galten. Die schwerste Explosion ereignete sich in der Nähe der iranischen Botschaft, eine weitere im Viertel Mansur, wo auch die diplomatischen Vertretungen Ägyptens, Brasiliens, Deutschlands, Spaniens und Syriens liegen.

Ein irakischer Mitarbeiter der deutschen Botschaft, die ebenfalls von den Anschlägen betroffen war, wurde ebenfalls getötetet, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Drei weitere irakische Mitarbeiter der deutschen Botschaft wurden verletzt. Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle verurteilte die Bombenanschläge "auf das Schärfste", wie sein Ministerium mitteilte. "Meine Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der Opfer. Den Verletzten wünsche ich rasche Genesung. Unsere Solidarität gilt dem irakischen Volk, das wir in seinem Bemühen um Frieden und Demokratie auch weiter unterstützen werden."

Vor der iranischen Vertretung gab es 18 Todesopfer, dabei handelte es sich überwiegend um Besucher, Sicherheitskräfte und Mitarbeiter einer benachbarten Bank, wie Botschafter Hassan Kazemi Komi und Polizeibeamte berichteten. Innerhalb der Botschaft sei niemand zu Schaden gekommen, sagte der Botschafter. Dennoch bestehe kein Zweifel, dass die Anschläge "gegen diplomatische Vertretungen gerichtet" waren, sagte der irakische Generalmajor Kassim al-Moussavi der Nachrichtenagentur AP. "Das ist ein Terrorakt."

Serie von kleineren Explosionen in der Nacht
Bereits in der Nacht auf Sonntag hatte sich in Bagdad eine Serie kleinerer Explosionen ereignet. Eine davon wurde nach Polizeiangaben von einem unter einem Auto versteckten Sprengsatz verursacht, dessen Detonation einen Menschen das Leben kostete.

Nach den Parlamentswahlen im vergangenen Monat hatte sich die Lage in der irakischen Hauptstadt etwas beruhigt. Derzeit wird um die Regierungsbildung gerungen. Das Wahlbündnis von Ex-Regierungschef Iyad Allawi hatte den Urnengang mit einem knappen Vorsprung gewonnen.

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