"Persönlich haben wir Sahraoui während unserer siebenwöchigen Gefangenschaft nie zu Gesicht bekommen", so Ex-Geisel Gerhard Wintersteller aus Salzburg: "Aber unsere Kidnapper sprachen von ihm immer nur ehrfürchtig als dem 'Emir', der alle Fäden in der Hand hat."
Vom 25. März bis Mitte Mai 2003 waren die Österreicher in der Hand der Terroristen, mit dem Tod von Sahraoui ist Algerien ein Schlag gegen den Terror geglückt. Die Salafisten gelten als die schlagkräftigste Extremistenorganisation Algeriens, sie soll Verbindungen zu Osama bin Laden haben.
Neben Sahraoui wurde auch sein wichtigster Untergebener, damals Anführer der Geiselnehmer, außer Gefecht gesetzt: Er ging im Tschad ins Netz.
Ex-Geiseln lässt die Sache kalt
Monika Bleckmann aus Salzburg, deren Mann und Sohn unter den Geiseln waren, hat die Meldung vom Tod des Chefs der Geiselnehmer nach eigenen Worten wenig berührt: "Unser Leben hat sich längst normalisiert, wir haben auch keine Rachegefühle, wir sind nur dankbar, dass die Geiseln gesund heim gekommen sind."
Ähnlich denkt Gerhard Wintersteller: "Ich hab die Sache weggesteckt, mich berührt's nicht mehr!" Im Gegenteil: "Ich liebe die Wüste wie vorher, ich hab den Jahrestag der Heimkehr von der Geiselnahme schon wieder in der Wüste verbracht. Zur Sicherheit aber in Marokko."
von Wolfgang Weber und Edgar Breuss, Kronen Zeitung
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