"Die Wasserkraft ist kein Allheilmittel", warnte Kostenzer an der Seite von seinem Stellvertreter Walter Tschon. Der Bau neuer Wasserkraftwerke steht für sie nur an der dritter Stelle: "Zum einen muss man sich um die Energieeffizienz bemühen – dort liegt das größte Potenzial. Und zum Zweiten sollte man sich mehr um alternative Energien wie die Sonne kümmern."
In seinen Augen ist die Tiroler Energiepolitik kurzsichtig. Das Argument, dass Tirol durch die Wasserkraft energieautark wird, kann er nicht gelten lassen. "Schon jetzt beziehen wir im Winter 70 Prozent der Energie aus dem Ausland. Und auch wenn wir das gesamte vorhandene Wasserkraftpotenzial ausschöpfen, dann stehen wir in 16 Jahren wieder da, wo wir heute sind", rechnet Kostenzer vor. Und noch ein Wort zu den Pumpspeicher-Kraftwerken: "Um das Wasser in die Speicher zu pumpen, benötigt man jährlich mehr Energie als alle Tiroler Haushalte zusammen", sagt Kostenzer.
Trockengelegte Bäche
Kostenzer und Tschon beurteilten am Freitag auch vier aktuelle Projekte. Eine klare Absage erteilen sie dem Inn-Kraftwerk in Telfs, der Wasserentnahme aus dem Lech für das Kraftwerk Spullersee sowie dem Ausbau von Sellrain-Silz. "Das Fluss-Heiligtum Lech darf nicht noch mehr angepatzt werden", legen die Umweltanwälte beim KW Spullersee ihr Veto ein.
Inn-Kraftwerk Telfs: Das sei die ungünstigste Inn-Stelle für ein Kraftwerk. "Da werden die letzten Innauen geopfert", so Kostenzer. Und gegen den Ausbau von Sellrain-Silz spricht laut Walter Tschon, dass dort elf Bäche trockengelegt würden.
Lediglich mit dem Inn-Kraftwerk im Oberen Gericht können Kostenzer und Tschon leben: "Dort wurden viele unserer Forderungen umgesetzt – unter anderem wird der Wasserschwall, der das Fischleben im Inn bis nach Innsbruck gefährdet hätte, abgepuffert."
von Markus Gassler, Tiroler Krone
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