'Zeit für Baby kommt'
Palästinenser: “2011 haben wir einen Staat”
"Die Zeit für die Geburt dieses Babys kommt, wir schätzen, dass es um das Jahr 2011 sein wird", erklärte Fayyad. Die Palästinenser hätten das Recht, in Freiheit und Würde in dem Land, in dem sie geboren wurden, Seite an Seite mit dem Staat Israel in völliger Harmonie zu leben.
Fayyad begrüßte in diesem Zusammenhang auch die vor zwei Wochen in Moskau abgegebene Erklärung des Nahost-Quartetts, man unterstütze den Plan der palästinensischen Autonomiebehörde von Präsident Mahmoud Abbas von August 2009, innerhalb von 24 Monaten einen Staat zu errichten.
Kein "Micky-Maus-Staat" erwünscht
Die Palästinenser wollten einen unabhängigen und souveränen Staat, keinen "Micky-Maus-Staat" aus Überbleibseln, betonte der Premier. Er und seine Mitarbeiter strebten die Errichtung dieses Staates während der ersten Amtszeit von US-Präsident Barack Obama an. Die vorherige US-Administration habe sich erst gegen Ende der zweiten Amtszeit von Präsident George W. Bush ernsthaft mit dem Nahost-Konflikt befasst.
Auch wenn der Plan bis August 2011 aus irgendeinem Grund scheitern sollte - die palästinensische Führung habe dermaßen an Glaubwürdigkeit gewonnen, dass die Realität den politischen Prozess zu einem solchen Ergebnis führen müsse, sagte Fayyad. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu warf er vor, sich den jüdischen Siedlern unterworfen zu haben, deren Sichtweise nicht der Mehrheitsmeinung der Israelis entspreche.
Fayyad verteidigte auch das Recht der Palästinenser, gegen Israel zu protestieren. Jede unterdrückte Nation habe das Recht, "genug" zu sagen. "Man sollte von niemanden erwarten, dass er Ungerechtigkeit hinnimmt, auch nicht von den Palästinensern. Sind nicht Gandhi und Martin Luther King dafür gestanden?", betonte Fayyad.
Israelische Luftangriffe auf Gazastreifen
Indes hat Israel mit einer Reihe von Luftangriffen im Gazastreifen auf den erneuten Beschuss seines Grenzgebiets durch militante Palästinenser reagiert. Kampfflugzeuge attackierten in der Nacht zum Freitag Ziele in Gaza-Stadt und im Süden des Palästinensergebiets. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera unter Berufung auf palästinensische Ärzte berichtete, wurden drei Kinder durch herumfliegende Trümmer leicht verletzt.
Militante Palästinenser hatten zuvor aus dem Gazastreifen erneut eine Rakete auf den Süden Israels abgefeuert. Nach Berichten des israelischen Rundfunks gab es dabei keine Schäden. In israelischen Medienberichten war von insgesamt bis zu sieben Luftangriffen die Rede. Nach Angaben der im Gazastreifen herrschenden Hamas wurden auch Trainingseinrichtungen "palästinensischer Widerstandsgruppen" beschossen. Die abgefeuerten Raketen seien jedoch in freiem Gelände eingeschlagen.
Es handelte sich um einen der massivsten Einsätze der israelischen Luftwaffe der letzten Zeit, zudem warnte die Regierung die Hamas vor einer neuen Gaza-Offensive. In den vergangenen Wochen hatte die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern wieder zugenommen. Der israelischen Ankündigung weiterer Siedlungsbauprojekte im arabischen Ostteil Jerusalems hatten militante Palästinenser wieder verstärkte Raketenangriffe aus dem Gazastreifen folgen lassen. Vor einer Woche waren bei dem schwersten Zusammenstoß seit Ende des Gaza-Kriegs vor 14 Monaten zwei israelische Soldaten und zwei militante Palästinenser getötet worden.
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