Die Oberösterreicher haben demnach am wenigsten Spaß beim Sex. Gerademal 21 Prozent genießen das Liebesspiel. Die Steirer führen mit 68 Prozent die Sexliebhaber an, gefolgt von den Tirolern mit 63 Prozent, den Burgenländern (62 Prozent), den Wienern und Kärntnern (je 60 Prozent).
Neben Oberösterreich sind auch die Salzburger (43 Prozent), die Niederösterreicher (39 Prozent) und die Vorarlberger (36 Prozent) ausgesprochene Sexmuffel. Zukunftsforscher Reinhold Popp schwächt die Ergebnisse aber etwas ab.
Erotikkiller Bildung
"Je tabuisierter ein Thema, desto größer ist die Gefahr, dass die Angaben nicht immer stimmen." Außerdem sei gefragt worden, ob man Spaß daran habe, und nicht, ob man es auch mache. Als Erotikkiller erweist sich dabei die Bildung, denn Menschen mit Hochschulabschluss haben deutlich weniger Spaß am Sex als etwa Maturanten.
1.000 Österreicher wurden im Oktober und November vergangenen Jahres über ihre Freude an 80 verschiedenen Freizeitaktivitäten gefragt, die besten 20 wurden dann ausgewertet. Demnach ist Zeit mit der Familie immer noch die liebste Freizeitbeschäftigung der Österreicher.
"Salzburger gehen zum Lachen in den Keller"
Die zweitliebste Tätigkeit sind Unternehmungen mit Freunden (78 Prozent), gefolgt von Fernsehen (66 Prozent) und ins Restaurant gehen (57 Prozent). Sex macht den Österreichern mit 55 Prozent fast genauso viel Spaß wie Nichtstun (53 Prozent). Nicht in die Top Ten schafften es der Sport, das Telefonieren oder das Internet.
Ein generell sehr schlechtes Zeugnis muss Popp ausgerechnet den Menschen im eigenen Bundesland ausstellen. "Dass die Salzburger zum Lachen in den Keller gehen, ist nun wissenschaftlich so zu sagen erwiesen. Denn an so gut wie alle Tätigkeiten gehen sie mit deutlich weniger Spaß heran als das übrige Österreich. Ähnlich ist es auch um die Vorarlberger bestellt.
Verringerter Zukunftshorizont
Popp vermutet, dass dies an der Bedeutung konservativer, bürgerlicher Werte liegt. Wichtig sei Arbeit, Geld zu verdienen und viel Zeit in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Die nun vorliegenden Daten will Popp jetzt systematisch wissenschaftlich auswerten.
Einen politischen wie wirtschaftlichen Schluss kann er schon jetzt ziehen: "Wer wenig Freude am Leben und immer Angst hat, hat einen um ein bis zwei Jahre verringerten Zukunftshorizont und ist nicht daran interessiert, längerfristig zu planen."
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