Mi, 26. Juni 2019
24.05.2019 05:58

Mobilfunker & Co.

Japanische Firmen kehren Huawei nun den Rücken

Auch japanische Unternehmen sehen sich durch US-Sanktionen gegen den chinesischen Huawei-Konzern in Zugzwang. Der Elektronikkonzern Panasonic entschied, die Bereitstellung von einigen Komponenten an Huawei auszusetzen.

Man müsse die „Transaktion mit Huawei“ und seinen 68 angeschlossenen Firmen, die von den Sanktionen der US-Regierung betroffen sind, „suspendieren“, teilte der Konzern in einer kurzen Stellungnahme mit. Geprüft wird, welche Produkte im Einzelnen unter die US-Sanktionen fallen könnten.

Auch Mobilfunke gehen auf Distanz
Auch japanische Mobilfunkbetreiber legten den Verkauf neuer Huawei-Geräte auf Eis oder wollen keine neuen Aufträge mehr annehmen - aus Sorge, dass Google Dienste wie Android für den chinesischen Konzern nicht mehr zur Verfügung stellen könnte.

Die USA hatten Huawei vergangene Woche auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. US-Präsident Donald Trump begründete seine Schritte mit Sicherheitsbedenken gegen Technik aus China. Da die Vorwürfe bisher nicht konkret belegt wurden, sehen viele Experten die Sanktionen im Kontext des Handelskonfliktes zwischen den USA und China.

Handel mit Huawei ist Milliarden-Business
Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind. Im vergangenen Jahr hatte Huawei Komponenten im Wert von rund sechs Milliarden Dollar von japanischen Unternehmen wie Panasonic erhalten.

Auch der britische Chipdesigner ARM, der zum japanischen Konzern Softbank gehört, hat nach einem Bericht der BBC die Geschäftsbeziehungen zu Huawei eingestellt. Ohne eine Lizenz der Briten dürfte Huawei keine Prozessoren auf ARM-Basis entwickeln. Huaweis eigene Kirin-Prozessoren für Mobiltelefone basieren auf der ARM-Architektur.

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