14.05.2019 15:00 |

„Versäumnisse“ in Wien

ÖVP: „Anti-Gewalt-Kurs“ als Pflichtfach an Schulen

Der Skandal an der HTL Ottakring ist längst zum Politikum geworden: Nachdem immer mehr verstörende Handyfilme auftauchen, steht das „System Schule“ besonders in Wien im Fokus. ÖVP-Sicherheitssprecher und Ex-General Karl Mahrer wirft der Stadt „jahrelange Versäumnisse“ in Sachen „gelungene Integration“ vor. Er will jetzt hart durchgreifen und fordert verpflichtende, flächendeckende „Anti-Gewalt-Schulungen“ an unseren Pflichtschulen.

„Gute Sicherheitspolitik ist abhängig von erfolgreicher Integration und ganz besonders von erfolgreicher Bildung“, so Mahrer. Die Voraussetzungen dafür dürften jedoch - vor allem in Wien - schwierig sein. Zahlen aus dem Büro des Sicherheitssprechers sind alarmierend: Mehr als die Hälfte aller Schüler in der Bundeshauptstadt (51,2 Prozent) sprechen untereinander nicht Deutsch - an Mittelschulen liege der Prozentsatz gar bei 72 Prozent.

Das führe - wie es die mutige Lehrerin Susanne Wiesinger in ihrem Buch beschreibt - zu einem Kulturkampf im Klassenzimmer. Man müsse umgehend mit aller Kraft entgegenwirken, um die Bildung von Parallelgesellschaften und damit oft verbundenen Konflikten zu unterbinden. Mahrers Forderung: flächendeckende und verpflichtende Anti-Gewalt-Schulungen!

Als Unterstützung für Pädagogen sollen Polizisten künftig fix in Klassenzimmern vortragen (so wie bei der Verkehrserziehung). 350 Präventionsbeamte gibt es österreichweit bereits, bald sind es 420.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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