Mordanklage fix

Ehefrau erstochen: Serben (64) droht jetzt lebenslänglich

Tirol
27.03.2010 09:42
Durch sieben tiefe Messerstiche in die Brust, versetzt mit einem 18 cm langen Küchenmesser, hat ein Serbe (64) am 3. Juni 2009 in Kitzbühel seine Ehefrau getötet, sagt der Staatsanwalt. Die Anklageschrift ist rechtskräftig, der Mann kommt daher schon bald vor ein Geschworenengericht. Ihm droht lebenslange Haft.

Geschworenenprozesse wurden am Innsbrucker Landesgericht immer seltener. Da schwerer Raub seit der Strafrechtsreform Schöffenzugehörigkeit hat, bleiben für Geschworenenprozesse – außer den NS-Wiederbetätigungssachen – nur noch die Mordfälle. Und die sind in Tirol – zum Glück – dünn gesät.

Mordanklage hat die Staatsanwaltschaft nun gegen den 64-jährigen Serben Mirolub M. erhoben. Dem Mann drohen für seine Schreckenstat zehn bis 20 Jahre Haft. Bei besonders schwerer Schuld kann das Geschworenengericht auch lebenslange Haft verhängen.

Heftiger Streit schon am Vorabend
Sehr tragisch sind die Umstände, wie Mirolubs Frau Dusica zu Tode kam. Schon am Vorabend soll der 64-Jährige seine Frau, die damals überlegt hatte, sich scheiden zu lassen, mit einem Messer bedroht haben. In den Morgenstunden des 3. Juni sei es, so wird dem Serben vorgeworfen, erneut zu einem heftigen Streit mit seiner Frau gekommen. In Panik rief Dusica ihren gemeinsamen Sohn an.  "Komm bitte sofort heim, er schlägt mich! Er will mich umbringen!", habe sie in panischer Angst ins Telefon geschrien. 

Ob der Sohn danach Ohrenzeuge der Schreckenstat wurde, bei der seine Mutter ums Leben kam, wird man beim Schwurgerichtsprozess erfahren. Sieben tiefe Stiche mit einem 18 Zentimeter langen Küchenmesser soll der Serbe seiner Frau zugefügt haben. In Brustkorb, Oberbauch und Oberarm. Dusica M. verstarb laut Anklage am hochgradigen Blutverlust.

Sohn verständigte Polizei
Dann soll sich der 64-Jährige mit dem Messer selbst Schnittverletzungen beigebracht haben. Allerdings nur oberflächlich. Diese Situation fand der Sohn nur Minuten nach dem Anruf der Mutter am Tatort vor und verständigte die Polizei.

von Hans Licha, Tiroler Krone

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