07.05.2019 09:46 |

Organisiertes Mobbing

Mobilfunkmanager nach Selbstmordserie vor Gericht

Zehn Jahre nach einer beispiellosen Suizidserie beim französischen Telekommunikationskonzern France Telecom, der heute Orange heißt, müssen sich ehemalige Manager wegen „Mobbings“ vor Gericht verantworten. In Paris begann nun der Prozess gegen den früheren France-Telecom-Chef Didier Lombard sowie sechs weitere Manager.

Sie sollen bei dem Umbau des Unternehmens nach der Privatisierung so viel Druck gemacht haben, dass sich 35 Mitarbeiter das Leben nahmen. Den Angeklagten drohen je bis zu einem Jahr Haft und Geldstrafen von 15.000 Euro.

„Organisiertes Mobbing“
Die Ermittler werfen den sieben früheren Managern „organisiertes Mobbing“ vor: Sie sollen in den Jahren 2008 und 2009 bei France Telecom eine Atmosphäre geschaffen haben, die viele Mitarbeiter in die Verzweiflung trieb. Gewerkschaften sprachen von einer „außergewöhnlichen Brutalität“ in dem Unternehmen.

Jeder sechste Mitarbeiter musste gehen
Unter Leitung von Unternehmenschef Lombard sowie seines Stellvertreters Louis-Pierre Wenes mussten damals 22.000 der rund 120.000 Mitarbeiter gehen. Lombard sagte vor Managern, er werde das Programm zum Stellenabbau durchziehen, „ob durch das Fenster oder durch die Tür“.

Zu den Hauptangeklagten zählt auch der ehemalige Personalchef Olivier Barberot. Vier weitere Verantwortliche stehen als Komplizen der früheren Geschäftsleitung vor Gericht.

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