"Es ist mir schleierhaft, dass der Oscar so viele Leute anzieht", eröffnete Christian Berger augenzwinkernd die Vorführung des "weißen Bands" am Dienstag im Innsbrucker Leokino. Wohl wissend, dass der Saal sonst nie so knallvoll gewesen wäre. Sogar extra Stühle mussten aufgestellt werden.
Geduldig begrüßte er jedoch viele der zahlreich erschienenen Gäste persönlich und stand auch gerne auf Wunsch für private Fotos bereit. Obwohl er schon Hunderte Male von seiner Oscar-Nacht erzählen musste, gab er auch noch einmal in Innsbruck ein paar Anekdoten zum Besten: "Je näher du am Glamour dran bist, desto besser siehst du die Pappmaché", fasste er die Nacht schlussendlich zusammen.
ASC-Auszeichnung ging in Öffentlichkeit unter
Zu seiner Freude wurde er im Leokino jedoch nicht nur nach dem verpassten Oscar gefragt, sondern auch zu der Auszeichnung der American Association of Cinematographers. Die Gesellschaft der Kameramänner wählte ihn nämlich zum besten ihrer Zunft - "ein Preis, der in meiner Branche und auch mir persönlich viel wichtiger ist", sagt Berger. Und man merkt ihm an, dass es ihm ein wenig nahe geht, immer nur über den Oscar reden zu müssen, während diese Auszeichnung in der Öffentlichkeit untergeht.
Dubiose Angebote
Gegenüber tirol.krone.at verriet Berger jedoch auch noch anderes aus der Branche: Der Oscar zieht nämlich nicht nur das Publikum in Massen an, sondern auch Filmemacher aller Art. "Seriöse Angebote kommen aber erst in drei, vier Jahren", weiß der Tiroler. "Derzeit klopfen nur 'Kasperln' an, die aus dem kurzzeitigen Rummel um meine Person schnellen Profit machen wollen. Da kriege ich Angebote: In drei Wochen ist Drehbeginn, wir wissen aber noch nicht, was wir drehen", erzählte Berger kopfschüttelnd.
Und was macht der berühmte Kameramann, wenn er wieder einmal zu Hause in Tirol ist? "Bei meinem Heimatbesuch genieße ich vor allem die Zeit mit meiner 90-jährigen Mutter. Ich wohne bei ihr und wir machen Ausflüge ins Grüne", schwärmte Berger.
von Manuel Diwosch, tirol.krone.at
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