Di, 21. Mai 2019
04.05.2019 07:00

Gefahr Badespaß

Unaufmerksamkeit kann rasch tödlich enden

Ertrinken ist in Österreich die häufigste Todesursache für Kleinkinder. Gleichzeitig bemerken die Länderversicherer einen Anstieg an privaten Pools – auch in Tirol. Damit der Badespaß dort nicht zur Lebensgefahr wird, setzt die Tiroler Versicherung anlässlich des diesjährigen Tages der Sicherheit auf Prävention.

„Es sind Daten aus der traurigsten Statistik überhaupt“, sagt Walter Schieferer von der Tiroler Versicherung. „Ertrinken ist in Österreich die häufigste Todesursache bei Kindern zwischen zwei und vier Jahren. Besonders bedenklich: 90 Prozent aller Ertrinkungsunfälle passieren in unmittelbarer Nähe von Erwachsenen“, erklärt Schieferer.

Der so genannte „Todstellreflex“
Denn schon ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit kann zur Lebensgefahr werden: „Ertrinken passiert rasch und lautlos, Ertrinkende können meist nicht um Hilfe rufen.“ Zudem haben Kinder den so genannten „Todstellreflex“, heißt: „Gerät ihr Gesicht unter Wasser, verharren sie reglos und können den Kopf nicht heben“, erklärt Adolf Schinnerl, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Tirol.

Unfälle mit Todesfolge in privaten Pools häufig
Fast die Hälfte der Unfälle passieren in öffentlichen Schwimmbädern oder Seen, über ein Viertel aber in privaten Pools. Besonders prekär: Betrachtet man die Ertrinkungsfälle mit Todesfolge, sind private Pools an erster Stelle – „dort wird der Unfall oft erst spät entdeckt – und die Erste-Hilfe-Kenntnisse der Aufsichtspersonen sind oft mangelhaft“, schildert Schinnerl. Eine gute Nachricht hat der Arzt aber auch: „In Tirol halten sich die Ertrinkungsunfälle in Grenzen. In den vergangenen zwei Jahren betraf es jeweils drei Kinder.“

Grundregeln am und im Wasser
Damit diese Zahl nicht steigt, sondern viel mehr sinkt – hier einige Tipps:

  • Behalten Sie kleine Kinder nicht nur im Auge, sondern auch in Griffnähe!
  • Für Babys und Kleinkinder kann bereits eine Wassertiefe von weniger als 10 cm zur tödlichen Gefahr werden!
  • Ist ein Kind verschwunden, suchen Sie zuerst im Wasser - jede Minute zählt!
  • Vereinbaren Sie Verhaltensregeln am und im Wasser.
  • Mehr Sicherheitstipps

Wirkungsvolle Vorkehrungen
„Sicherheitsmaßnahmen wie Zäune und Absperrungen können zudem viel Leid vermeiden“, betont Franz Mair, Vorstand der Tiroler Versicherung. Die Broschüre „Sicherer Badespaß“ liegt in den Kundenbüros der Tiroler Versicherung auf.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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