Vor Duell mit Spanien

ÖFB: Viel Luft nach oben – außer bei Trefferquote

Das ÖFB-Team hat bei der WM noch viel Luft nach oben – außer bei der Trefferquote. Eine Kolumne von „Krone“-Redakteur Rainer Bortenschlager.

Die „Krone“ berichtet aus Los Angeles

Bei ÖFB-Boss Josef Pröll löste das 3:3 gegen Algerien eine „positive Fassungslosigkeit“ aus, bei der Mannschaft Ungläubigkeit. Erst um 4 Uhr in der Früh waren die Spieler zurück in Santa Barbara und im Bett. „Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer mehr als zwei, drei Stunden geschlafen hat“, meinte Ralf Rangnick. „Und dann hat sich jeder gefragt, ob man es geträumt hat oder wirklich passiert ist. Es hatte etwas Surreales.“ Sein Verständnis für Riyad Mahrez, der den Nichtangriffspakt „vergessen“, das 2:3 erzielt hatte, hielt sich zwar in Grenzen: „Vielleicht wollte er in Algerien zum Volksheld werden.“ Im Nachhinein war aber auch Österreichs Teamchef für das Hollywood-Finish dankbar: „Das wird uns jetzt zusätzlich Kraft geben.“

Ralf Rangnick
Ralf Rangnick(Bild: GEPA)

Völlig egal, ob die Algerier – wie im Internet vermutet – mit ihrem nicht vorhandenen Abwehrverhalten beim 3:3 „nachgeholfen“ haben. Das muss jetzt aber wieder aus den Köpfen. Da Rangnick an seinem gestrigen 68. Geburtstag seinen Schützlingen, wie nach jeder WM-Partie, in Santa Barbara frei gab, bleiben nur zwei Trainings, um sich auf Spanien vorzubereiten, bevor es morgen schon zum „Pitch Walk“ nach Los Angeles geht: „Das muss reichen“, so der ÖFB-Teamchef.

Keiner ist gegen Spanien gesperrt
Obwohl sich – abgesehen von der Moral – die positiven Erkenntnisse und Leistungen bei der WM in Grenzen halten. Zumindest konnte Marcel Sabitzer, Stefan Posch und Konrad Laimer die gelbe Gefahr nichts anhaben, gegen Spanien ist keiner gesperrt. Aber auch Rangnick muss eingestehen, dass „viel Luft nach oben ist“, einige Spieler nicht voll bei Kräften sind. In drei Partien gab Österreich nur 26 Schüsse ab, nur acht gingen auf das Tor – überschaubar. Auch wenn die Trefferquote mit sechs Toren positiv interpretierbar ist.

Apropos Zahlen, da kann Spanien beeindrucken: Der Europameister hat seit 33 Partien (davon 29 Pflichtspiele) nicht mehr in der regulären Spielzeit verloren. Portugal schaffte es letztes Jahr im Finale der Nations League im Elferschießen ...

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