So, 26. Mai 2019
01.05.2019 09:00

Rodungsmaßnahmen

Graue Betonwände statt klimafreundlichem Grün

Wo früher Hecken zwischen den Mittelleitschienen der Tiroler Autobahnen Dreck aus der Luft filterten, „wachsen“ jetzt vielfach kahle Betonleitwände. Baumbestände entlang der Autobahnen werden teilweise radikal abgeholzt. Die Maßnahmen dienten der Verkehrssicherheit, verteidigt die Asfinag die Maßnahmen.

„Das kann es einfach nicht sein“, ärgert sich ein Oberländer Gärtner angesichts dieser anscheinend ungewöhnlichen Maßnahmen, die die Asfinag derzeit vielerorts setzt. „Wir haben zwar eine grüne Umwelt-Landesrätin in der Regierung sitzen, gleichzeitig werden aber Bäume im großen Stil gerodet und Hecken, die die Luft filtern, gegen Beton ausgetauscht.“

Beispiel Auffahrt Zirl
Ein besonders augenscheinliches Beispiel bildet die Auffahrt auf die Inntalautobahn, Fahrtrichtung Oberland, in Zirl-West: Wo über Jahre ein grüner Baumgürtel zwischen der Auffahrtsschleife und der Fahrbahn für einen prächtigen Anblick und gute Luft sorgte, sind inzwischen nur noch die Folgen eines radikalen Kahlschlags zu sehen. „Der Austausch der Hecken gegen die Betonleitwände dient vor allem der Verkehrssicherheit“, informiert Stefan Siegele, Geschäftsführer der Asfinag Alpenstraßen GmbH.

Keine Mäharbeiten nötig
Außerdem seien dann keine aufwändigen Mäh- bzw. Säuberungsarbeiten im Bereich des Mittelstreifens mehr notwendig, die eine beträchtliche Gefahr sowohl für die Arbeiter als auch für die Verkehrsteilnehmer bedeuten. Die vielfach dramatischen Bilder von kahl geholzten Waldstücken entlang der Autobahn rechtfertigt Siegele mit krankheitsbedingten Schäden der Bäume. „Wir haben einen Baumkataster für das gesamt Straßennetz erstellt und fällen nur kranke Bäume, die abzubrechen drohen und damit die Verkehrssicherheit gefährden würden“, informiert Siegele. Vielfach grassiere das so genannte Eschentriebsterben. Alle Schlägerungen seien jedenfalls mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Vegetation für Klimaschutz von Nutzen
Sträucher entlang des Mittelstreifens seien als Auffangfläche für Staub von großem Vorteil, weil sie genau dort stehen, wo der Staub ausgeschieden wird. Den Luftaustausch würden sie hingegen eher behindern, weiß Walter Egger von der Abteilung Waldschutz in der Landesforstdirektion. Für den Klimaschutz sei die Vegetation freilich von Nutzen.

Peter Freiberger
Peter Freiberger

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