Gegen Vorurteile

Integration – Beamte werden in St. Pölten geschult

Niederösterreich
18.03.2010 13:28
Das Rathaus St. Pölten geht neue Wege, um das Verständnis gegenüber anderen Kulturen und Auffassungen zu fördern: In den vergangenen zwei Wochen sind 17 Magistratsbeschäftigte in Fragen der Integration und der interkulturellen Kommunikation geschult worden. Dies sei notwendig, weil in der Verwaltung immer wieder von Personen mit Migrationshintergrund Anliegen vorgebracht werden.

Das Seminar beschäftigte sich mit den in der Gesellschaft vorhandenen Bildern zum Thema Flüchtlinge und Ausländer, die schon häufig zu negativen Stereotypen erstarrt seien und mit bloßer Information nicht mehr verändert werden könnten. In Gruppenarbeiten wurden Überlegungen angestellt, was die Identität einer Person ausmacht, die eigenen Klischees überdacht und die Auswirkungen von Vorurteilen beleuchtet. Ein Schwerpunkt galt dem Kulturbegriff im Kontext mit Migration.

Fakten gegen "Stammtisch-Parolen"
Vortragender Herbert Langthaler, Chefredakteur der Zeitschrift "asyl aktuell", stellte "Stammtisch-Parolen" wie "die nehmen uns die Arbeitsplätze weg" Fakten wie etwa das Ausländerbeschäftigungsgesetz gegenüber. Analysen würden zeigen, dass Migranten weniger aus dem Sozialsystem heraus bekommen, als sie zu diesem beitragen.

Michael Putzenlechner, Leiter des Integrationsbüros im Rathaus St. Pölten, zufolge würden die Seminarteilnehmer nun nicht nur ihr erworbenes Wissen anwenden, sondern auch als Multiplikatoren wirken. Die Fortbildung in Sachen Integration soll noch in diesem Jahr fortgesetzt werden.

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