13.04.2019 13:09 |

Sucht nach Signalen

Neuer Detektor erkennt Handynutzung am Steuer

Nicht nur das Telefonieren, sondern auch SMS oder WhatsApp am Steuer sind im Straßenverkehr ein potenziell tödliches Sicherheitsrisiko. Trotzdem gibt es viele Autofahrer, die unterwegs telefonieren oder Nachrichten tippen. Die britische Polizei hat im Kampf gegen diese Untugend eine neue Technologie im Einsatz: Detektoren, die nach Handysignalen suchen.

Für Kate, die Mutter von Aimee Goldsmith, die im Alter von elf Jahren von einem am Steuer telefonierenden Autofahrer getötet wurde, ist das System „ein Schritt in die richtige Richtung“. Der Unfall ihrer Tochter hat die Britin sehr mitgenommen. Sie erzählt: „Die meisten Mütter freuen sich darauf, die Hochzeit ihrer Tochter zu planen. Ich musste Aimees Begräbnis planen.“

„Ein Fahrer wie Sie hat meine Tochter getötet“
Jedes Mal, wenn sie einen Autofahrer am Steuer telefonieren sieht, kommen die Erinnerungen an den Tod ihrer Tochter wieder hoch. „Ich habe ein paar Leute angehalten und ihnen gesagt: ‚Sie benutzen ein Handy. Es war ein Fahrer wie sie, der meine Tochter getötet hat!‘“ Der Handy-Detektor sei zwar „keine perfekte Lösung“, aber immerhin ein „Schritt in die richtige Richtung“.

Detektor sucht in Autos nach Mobilfunksignalen
Die Funktionsweise der von der Polizei von Thames Valley und Hampshire gemeinsam mit einer IT-Firma entwickelten Detektoren: Sie fahnden nach 2G-, 3G- und 4G-Signalen im Auto und blinken los, wenn in einem Auto tatsächlich Mobilfunk genutzt wird. Zwei Detektoren zum Preis von je 6000 britischen Pfund (rund 6900 Euro) sind an britischen Autobahnen bereits im Einsatz.

Fahrer werden mit Lichtsignalen gewarnt
Erkennt das System, dass in einem Auto ein Mobilfunkgerät verwendet wird, wird der Fahrer also darauf hingewiesen, dass er dieses Verhalten einstellen soll. Derzeit gibt es allerdings noch einen großen Haken am Handy-Detektor: Er kann nicht unterscheiden, ob der Fahrer oder ein Passagier gerade Gebrauch von seinem Smartphone macht.

Der Polizei geht es vor allem um Bewusstseinsbildung
Strafen - bis zu 200 Pfund Strafe drohen für die Handynutzung am Steuer - stehen bei dem Detektor deshalb nicht im Vordergrund. Es gehe vielmehr um die Erziehung der Autofahrer und die Identifizierung von Hotspots, an denen sich ihr Handy am Steuer nutzende Verkehrsteilnehmer häufen. Ziel der ganzen Kampagne sei, Telefonieren am Steuer zu einem geächteten Verhalten zu machen wie betrunken Auto zu fahren.

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