Angst vor Dominoeffekt

Todesstrafe könnte in Südostasien Schule machen

Ausland
08.04.2019 15:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Sultan von Brunei hat in seinem Land Homosexualität und Ehebruch unter Todesstrafe gestellt. Heftige internationale Kritik war die Folge. Bislang keinen Kommentar gab es aus der unmittelbaren Nachbarschaft Malaysia und Indonesien - zwei Länder mit einer großen muslimischen Mehrheit in der Bevölkerung.

In Malaysia, dem einzigen direkt angrenzenden Nachbarland Bruneis, ist Homosexualität per Gefängnisstrafe verboten. In Indonesien ist sie legal, wird aber kulturell nicht gern gesehen. Indonesien hat die weltweit größte muslimische Community mit mehr als 200 Millionen Menschen. Anders als in Malaysia, wo 60 Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubens sind, ist der Islam aber nicht Staatsreligion. Bürger müssen nur einer der anerkannten Weltreligionen zugehörig sein. Jedoch ist in beiden Ländern ein Erstarken des konservativen Islam zu bemerken.

Religiöser Führer als Vizepräsident
 In Malaysia gibt es seit einigen Jahren verstärkt Bestrebungen von muslimischen Konservativen, strengere Strafen für Homosexuelle einzuführen. Erst im September 2018 wurden zwei homosexuelle Frauen öffentlich ausgepeitscht.

Warten auf Reaktion der Konservativen
Indonesiens Präsident Joko Widodo, genannt Jokowi, wartet die Reaktion der streng konservativen Nahdlatul Ulama ab. Diese Massenbewegung ist mit 40 Millionen Mitgliedern die größte muslimische NGO der Welt. Am 17. April stellt sich Jokowi der Wiederwahl. Als Kandidaten für den Vizepräsidenten hat er sich den konservativen Gelehrten Ma‘ruf Amin ausgesucht - bislang der Führer der Nahdlatul Ulama.

Kronen Zeitung

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