11.03.2019 07:31 |

Ermittlungen laufen

Mysteriöse Serie in Spital: Elf Babys tot!

Der mysteriöse Tod von elf Säuglingen in einer Klinik hat in Tunesien Entsetzen ausgelöst. Gesundheitsminister Abderraouf Cherif erklärte seinen Rücktritt, wie die staatliche tunesische Nachrichtenagentur TAP am Samstagabend meldete. Die Regierung ordnete eine Ermittlung an, um die Ursache der Todesfälle zu klären. Auch die Staatsanwaltschaft kündigte Untersuchungen an. Möglich sei eine Blutvergiftung als Todesursache, hieß es.

In einem Krankenhaus in der Hauptstadt Tunis starben auf der Geburtsstation Ende vergangener Woche elf Säuglinge in weniger als 48 Stunden. Das Gesundheitsministerium versprach schnelle Präventivmaßnahmen, um weitere Todesfälle zu verhindern.

Septischer Schock
In einer Stellungnahme des tunesischen Gesundheitsministeriums vom Samstagabend hieß es, die Neugeborenen seien wahrscheinlich an einem septischen Schock infolge einer Blutvergiftung gestorben. Die Tunesische Gesellschaft für Pädiatrie erklärte dazu auf ihrer Facebook-Seite, die Ermittlungen konzentrierten sich derzeit auf ein Präparat zur künstlichen Ernährung als Auslöser der Infektion.

„Staatsverbrechen“
Die Todesfälle in dem staatlichen Krankenhaus sorgten in der tunesischen Öffentlichkeit für Entsetzen und Empörung. Die Tageszeitung „Essafa“ schrieb in ihrer Sonntagsausgabe von einem „Staatsverbrechen“. Bilder zeigten, wie Eltern das Krankenhausgebäude verließen und die Leichen ihrer Kinder in Pappkartons bei sich trugen.

Premier verspricht Aufklärung
Regierungschef Youssef Chahed besuchte am Samstagabend das Krankenhaus, in dem jährlich 15.000 Kinder zur Welt kommen. Er kündigte an, alle Verantwortlichen für ihre Versäumnisse zur Rechenschaft zu ziehen. In der kommenden Woche werde es Treffen mit Vertretern aller Bereiche des Gesundheitswesens geben, sagte Chahed. Dabei sollten alle bestehenden Probleme ausgewertet werden.

Der Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrie, Mohamed Douagi, hatte bereits vor einigen Monaten auf Missstände im Krankenhaus La Rabta hingewiesen. Er warf der Regierung vor, sie wolle im „sterbenden“ Sektor der Gesundheitsversorgung Geld sparen. Tunesiens Gesundheitssystem galt einst als vorbildlich, kämpft aber seit langen mit Führungs- und Finanzierungsproblemen. Zahlreiche Ärzte wandern ins Ausland ab, weil sie dort auf bessere Arbeitsbedingungen hoffen.

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