06.03.2019 10:41 |

„Tinder“ für Rinder

„Susi“ und „Max“ sind die beliebtesten Kälbernamen

Es könnte gut möglich sein, dass die Milch in Ihrem Kühlschrank von einer Rinderdame namens „Susi“ stammt und das Stück Kalbfleisch, von einem Jungtier das „Max“ geheißen hat. Die beiden Namen waren im Jahr 2018 erneut die beliebtesten für Kälber in Österreich. Möglich ist übrigens auch, dass sich „Susi“ und „Max“ über‘s Smartphone kennengelernt haben - nämlich über einen sogenannten Anpaarungsplaner namens „OptiBull“. Dieser wird derzeit bereits von 4000 Züchtern genutzt. 

Nach einer aktuellen Auswertung der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter (ZAR) haben im Jahr 2018 auf den österreichischen Kontrollbetrieben 576.000 Kälber das Licht der Welt erblickt. Ist unter den Menschen der Name „Anna“ für Mädchen am Beliebtesten, so liegt dieser bei den Kälbern nur an 43. Stelle. Bei den männlichen Kälbern führen wie schon im Vorjahr „Max“, „Willi“ und „Moritz“ die Bestenliste an. Die Langform von „Max“, nämlich „Maximilian“, ist 2018 auch der meistgetaufte Burschenname. Die aktuell lebenden Milchkühe auf den heimischen Bauernhöfen heißen am häufigsten „Susi“, „Bella“, „Sissi“, „Alma“, „Heidi“ und „Laura“. 

Name hat oft Bezug zum Muttertier
Jedes Kalb erhält spätestens sieben Tage nach der Geburt eine eindeutig identifizierbare Lebensnummer, die in Form von Ohrmarken beidseitig eingezogen wird. In den meisten Fällen wird den Kälbern auch gleich ein Name vergeben, der meistens einen Bezug zur Mutter hat. Heißt die Mutter beispielsweise „Susi“, so wird dem Kalb meistens ein Name mit ihrem Anfangsbuchstaben gegeben, wie zum Beispiel „Sissi“ oder „Sonne“.

Familienbetriebe unter Druck
Der heimische Rinderbestand beträgt aktuell 1,912 Millionen Tiere und sank seit der letzten Zählung damit wieder um 1,6 Prozent. Besonders der trockene und heiße Sommer 2018, der zur Folge hatte, dass auch weniger Futter für die Tiere zur Verfügung stand, hat sich bei diesem Rückgang bemerkbar gemacht. Ebenso ist die Zahl der Rinderhalter um 2,4 Prozent auf 57.853 Betriebe zurückgegangen, was damit dem seit Jahren anhaltenden Trend des fortschreitenden Strukturwandels entspricht. Der wirtschaftliche Druck auf diese Familienbetriebe wird größer, ebenso die Bestände in den Betrieben.

Tinder für Rinder
Damit sich „Susi“ und „Max“ auch finden, gibt es seit geraumer Zeit den Anpaarungsplaner OptiBull. Damit kann der Bauer direkt über das Smartphone den passenden „Max“ für seine „Susi“ ausfindig machen. Das Programm greift dabei auf die Zuchtwertdatenbank der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter zu und sucht anhand der genetischen Informationen und nach den Wünschen des Züchters den idealen Stier für seine Nachzucht. Und die Auswahl an hübschen Vätern ist groß: Für die Kühe oder Kalbinnen sind derzeit in der zentralen Zuchtwertdatenbank über 50.000 potenzielle Anpaarungspartner mit detaillierten genetischen Informationen hinterlegt. In vielen Fällen ist sogar ein Foto dabei. Das Programm erfreut sich in der Rinderzucht zunehmender Beliebtheit. Etwa 4000 Betriebe nützen aktuell diese Online-Anpaarungshilfe für ihre Kühe.

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