Abriss notwendig

Lkw in Haus gedonnert: Senioren verlieren Zuhause

„Meinen Eltern geht es nicht gut, sie müssen psychisch erst verkraften, dass sie ins Haus nicht mehr zurückkönnen“, sagt Franz V. aus dem oberösterreichischen Munderfing. Seine Eltern (83 und 79) saßen am Montag gerade beim Kaffee, als direkt neben ihnen ein Lkw durch die Wand gekracht kam, den ein Güterzug hereingeschleudert hatte.

Trümmer des Wohnzimmerschranks liegen kreuz und quer im Raum verstreut. Am Boden stapeln sich Bücher, kaputte Gläser und Geschirr, die von einer dicken Staubschicht überzogen sind. Verputz- und Mauerteile zieren die Couch-Garnitur. Nur zwei Meter von Jakob und Marianne V. entfernt, war – wie berichtet – am Montag der Lkw nach einer Zugkollision durch die Wand gebrochen. Am Tisch stehen noch die Kaffeetassen der Senioren (83, 79).

Sohn hat Eltern aufgenommen
„Sie hatten wahnsinniges Glück - wäre der Vater wie sonst am Sessel und nicht auf der Couch gesessen, hätte es ihn erwischt“, erzählt Sohn Franz (60), der beide nun vorübergehend bei sich aufgenommen hat. Ins ehemalige Bahnwärterhaus, in dem die Pensionisten fast 62 Jahre gelebt hatten, können sie nicht zurück. „Das Gebäude ist leider nicht mehr bewohnbar, es muss abgerissen werden“, bestätigt ÖBB-Sprecher Karl Leitner.

Bürgermeister bietet freie Wohnung an
Für das Ehepaar soll nun rasch eine dauerhafte Unterkunft gefunden werden. „Wir haben im Ort eine freie Mietwohnung, die sogar behindertengerecht ist – sie brauchen nur noch einzuwilligen“, beruhigt Bürgermeister Martin Voggenberger.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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