85 Tage Hungerstreik

Kuba: Prominenter politischer Häftling gestorben

Ausland
24.02.2010 08:55
Nach einem mehr als zweimonatigen Hungerstreik ist in Kuba der prominente politische Häftling Orlando Zapata mit nur 42 Jahren gestorben. Nach Krankenhausangaben starb er am Dienstag in einem Spital in Havanna, in das er wegen seines schlechten Gesundheitszustands gebracht worden war. Mit dem Hungerstreik habe Zapata gegen seine Haftbedingungen protestieren wollen, erklärte die Kubanische Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung.

Zapatas Tod sei "eine große Tragödie für seine Familie und eine sehr schlechte Nachricht für alle Menschenrechtsbewegungen, aber auch für die Regierung, die den politischen Preis für diesen Tod zahlen muss", sagte Elizardo Sánchez, der Vorsitzende der Kommission.

"Vorsätzlicher Mord"
Es handele sich um "vorsätzlichen Mord", weil die Behörden dem Dissidenten zu lange ärztliche Hilfe vorenthalten hätten. Zapata war vergangene Woche aus einem Gefängnis in Camaguey im Landesinneren nach Havanna gebracht worden.

Zu 18 Jahren Haft verurteilt
Der Kommission zufolge war der Bürgerrechtler Zapata 2003 wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. In Kuba sitzen derzeit rund 200 politische Häftlinge im Gefängnis. Die kubanische Regierung sieht die Dissidenten als Agenten oder Söldner im Dienst der USA an. Die von Sánchez geleitete Kommission ist offiziell verboten, wird aber von der kubanischen Regierung toleriert.

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