19.02.2019 08:17 |

Moskau empört

Facebook sperrt Seite von russischem TV-Sender RT

Die Sperrung einer zum russischen Fernsehsender RT gehörenden Facebookseite hat für Empörung in Moskau gesorgt. „Wir haben keinerlei Facebook-Regeln gebrochen“, beschwerte sich RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan. Facebook habe die „weithin beliebte“ Seite des englischsprachigen RT-Projekts „In the Now“ nach einem Bericht des US-Senders CNN gesperrt, „ohne die Anschuldigungen darzulegen“. 

Der CNN-Bericht hatte offengelegt, dass „In the Now“ - ebenso wie RT - vom russischen Staat finanziert wird. Simonjan argumentierte, es sollte kein Problem sein, dass die Seite die russische Finanzierung den Nutzern gegenüber nicht offen kommuniziert hätte. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow forderte eine „Erklärung von Facebook hinsichtlich der genauen Gründe“ für die Sperrung. Das soziale Netzwerk sei ein „Druckmittel“ Washingtons, fügte er hinzu.

„Irreführung“
Facebook begründete die Sperrung mit fehlenden Angaben zur Herkunft der Inhalte. Besucher einer Seite sollten nicht die Irre geführt werden darüber, „wer dahinter steht“, teilte das Unternehmen auf AFP-Anfrage mit.

Die gesperrte Facebook-Seite zählte laut Simonjan vier Millionen Abonnenten und 2,5 Milliarden Aufrufe. Sie war auch am Dienstagvormittag nicht abrufbar. Auf YouTube erklärt „In the Now“, eine „Gemeinschaft aufmerksamer Medienkonsumenten um wichtige, neugierige und zielgerichtete Inhalte“ aufbauen zu wollen. Der 2014 gestartete YouTube-Kanal erwähnt keine Verbindung zu RT oder Russland und hat 2,8 Millionen Seitenaufrufe.

„Köder“ für junge Seher
Dem von der EU finanzierte Projekt EU vs. Disinfo (EU gegen Fehlinformation) nach sei „In the Now“ für ein junges Publikum erschaffen worden, das mit den politischen Berichten von Russia Today nichts anfangen könne. Videos über die Säuberung der Ozeane oder wachsenden Atheismus hätten einen „hohen emotionalen und Unterhaltungswert“ und dienten als „Köder“, um die Verbindungen des Projekts mit Russland zu „tarnen“, hieß es.

Russische Propaganda-Kampagne
Facebook hatte im vergangenen Monat nach eigenen Angaben mehr als 500 aus Russland stammende Seiten gelöscht. Die meisten von ihnen wiesen Verbindungen zu Mitarbeitern der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik auf, an deren Spitze ebenfalls Simonjan steht.

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