FPÖ-Stadtrat Kroiß:

In Wels bekommen auch Eltern Unterricht in Deutsch

Schon 28,3 Prozent der Pflichtschüler in Oberösterreich haben eine andere Muttersprache als Deutsch. Wels führt mit 68,2 Prozent hier das Städte- und Bezirksranking an. Bei einem neuen Projekt von Integrationsreferent Vizebürgermeister Gerhard Kroiss (FPÖ) bekommen auch die Eltern Deutsch-Sprachförderung im Gefolge ihrer Kinder. Ähnliche Angebote gibt es in Linz seit Jahren.

Wenn die Muttersprache der Kinder eine andere ist, dann können Mutter und Vater womöglich noch weniger Deutsch als ihre Sprösslinge: „Wie sollen die Eltern dann den Kindern beispielsweise bei den Hausaufgaben helfen odersich mit den Lehrkräften austauschen?“, fragt FPÖ-Stadtvize Kroiß - und beantwortet diese Frage jetzt gemeinsam mit dem Institut für Soziale Kompetenz (ISK) mit einem Pilotprojekt an vorerst einer Welser Volksschule.

Der Zuspruch der Eltern ist gut
„In der VS 4 Pernau unterrichten die selben Pädagogen, die die Kinder in Deutsch fördern, an zwei Nachmittagen in der Woche auch Eltern. Da haben wir einen guten Zuspruch.“ Das Land Oberösterreich unterstützt dieses Pilotprojekt vorerst einmal bis Ende des Schuljahres. „Wenn das weiterhin gut funktioniert, dann denken wir an eine Ausweitung“, sagt Kroiß dazu.

23 verschiedene Sprachen sind vertreten
An der VS 4 Pernau gibt es derzeit 16 Klassen mit insgesamt 307 Kindern. Von diesen haben rund 82 Prozent eine andere Muttersprache als Deutsch. Es werden insgesamt 23 verschiedene Sprachen gesprochen. 17 Vorschulkinder und 15 Kinder der 1. Klassen besuchen die Deutschförderklassen, da ihre Sprachkenntnisse nicht für die Teilnahme am Regelunterricht ausreichen. Die Eltern dieser Deutschförderkinder sind die Zielgruppe dieser speziellen Welser Form der Nachmittagsbetreuung, bei der auch die Kinder mit dabei sein können.

FPÖ-Klubobmann Mahr will Welser Idee prüfen
Herwig Mahr, Klubobmann der FPÖÄ im oö. Landtag zeigt sich interessiert: „Nach der Erprobungsphase sollte geprüft werden, ob das Welser Projekt der Deutsch-Sprachförderung auch in anderen Regionen Oberösterreichs umsetzbar ist. Vor allem in Schulen mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Schülern ohne deutsche Muttersprache klingt das nach einer guten Idee. Denn oft besteht das Problem, dass auch die Eltern schlecht Deutsch sprechen“, sagt er. Manwerde dazu mit der Stadt Wels in Verbindung treten werde, um sich gemeinsam den Endbericht des Pilotprojekts, der im Sommer erstellt werden soll, anzusehen. Allerdings merkt Mahr an: „Klar ist, dass diese Maßnahme Geld kostet, hingegen die Schulsprache Deutsch (gemeint auch in den Pausen und am Schulhof) kostenneutral umzusetzen wäre.“

Ähnliche Integrationsprojekte in Linz
SPÖ-Sozialsprecher Peter Binder weist darauf hin, dass es ähnliche sprachliche Integrationsprojekte in Linz schon seit Jahren gebe: „Bereits 2008 (!) wurdein Linz das ,Rucksack-Modell‘ verwirklicht _ die Eltern als ,Rucksack‘ der Kinder in deren Bildungseinrichtung, vorwiegend Kindergarten, wo sie ebenfalls Sprachkenntnisse erwerben). Dieses Angebot wurde 2010 vom ersten (explizit) städtischen Integrationsreferenten Klaus Luger sogar ausgedehnt und im damals verabschiedeten Maßnahmenpaket Integration verankert.

„Mama lernt Deutsch“ mit Hunderten Teilnehmerinnen
Seit 2011 unterstützt die Stadt Linz darüber hinaus das Sprachförderprogramm „Mama lernt Deutsch“. Dieses zielt auf die Förderung der deutschen Sprache sowie auf die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen (vorwiegend Mütter), deren Erstsprache nicht Deutsch ist, ab. Im Mittelpunkt dieser Kurse stehen nicht nur das Deutschlernen an sich, sondern auch integrative Bildungsmodule (Ausflüge, Vorträge) sowie der Kontakt zwischen Eltern und dem Kindergarten bzw. der Schule. Der Kurs wird von engagierten Deutschtrainerinnen geleitet und orientiert sich an der Lebenswelt und -geschichte der Teilnehmerinnen, um Sie für den Alltag zu stärken. Seit 2016/17 haben bereits fast 1200 Frauen daran teilgenommen.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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