13.02.2019 11:16 |

Tauchgang zu den Toten

Wurde 1942 versenkt: US-Flugzeugträger gefunden

Auf den Salomonen im Südpazifik ist von einem Forscherteam bei einer Tauchmission (siehe Video oben) das Wrack des im Zweiten Weltkrieg versenkten US-Flugzeugträgers USS Hornet (CV-8) gefunden worden. Japanische Streitkräfte hatten das Schiff in einer erbitterten Schlacht im Jahr 1942 versenkt. 111 Besatzungsmitglieder kamen damals ums Leben. 

Das Tiefseeforschungsschiff RV Petrel, das sich im Besitz des Nachlasses des ehemaligen Microsoft-Mitbegründers Paul Allen befindet, entdeckte die Hornet in knapp 5200 Metern Tiefe.

Bilder des versunkenen Wracks:

Um das Wrack ausfindig zu machen, setzte das zehnköpfige Expeditionsteam Daten aus nationalen und Marine-Archiven zusammen, die offizielle Protokolle und Aktionsberichte von anderen an der Kriegsschlacht beteiligten Schiffen enthielten.

Letzter Verlust eines großen US-Flottenträgers
„Wir hatten die Hornet auf unserer Liste von Kriegsschiffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie hat in der Geschichte der US-Flugzeugträger eine große Bedeutung, da sie viele entscheidende Momente in Seeschlachten erlebt hatte. Wir wollten sie daher unbedingt finden“, sagte Robert Kraft, Direktor der Unterwasseroperationen der Petrel, gegenüber der „Daily Mail“. Die Versenkung der Hornet stellt bis heute den letzten Verlust eines großen Flugzeugträgers der US-Marine dar.

Schlacht bei Santa-Cruz-Inseln besiegelte Schicksal der USS Hornet
Die Hornet war am 26. Oktober 1942 bei den Santa-Cruz-Inseln, etwa 400 Kilometer südöstlich von der Hauptgruppe der Salomonen, auf einer Mission, um die japanische Flotte abzufangen. Die Japaner griffen ihrerseits die Hornet mit Torpedobombern und Sturzkampfflugzeugen an, Warnmeldungen kamen zu spät. Wenig später erhielt der Flugzeugträger den ersten Bombentreffer. 

US-Marine gab Flugzeugträger zum Abschuss frei
Nach mehreren Treffern und gescheiterten Schleppversuchen war das brennende Schiff nicht mehr zu retten und die US-Marine gab den Befehl zum Versenken der Hornet. Dies jedoch misslang und sie wurde daraufhin ihrem Schicksal überlassen. Japanische Zerstörer schossen in der Folge noch ein paar Mal auf sie und schließlich sank sie am 27. Oktober 1942 gegen 1:35 Uhr Ortszeit vor den Santa-Cruz-Inseln. Der Großteil der 2200 Mann starken Besatzung konnte durch die Begleitschiffe übernommen und so gerettet werden, trotzdem starben 111 Mann, 108 weitere Männer wurden verwundet.

Überlebender: „In meinem Schließfach sind noch 40 Dollar“
Der heute 95-jährige Richard Nowatzki, damals Besatzungsmitglied auf der Hornet, erinnerte sich im Interview mit CBS News: „Ich höre heute noch die Bomben der Japaner, die das ganze Schiff zittern ließen. Es war schrecklich.“ Und er verriet den Tauchern, die das Wrack gefunden haben: „In meinem Schließfach sind noch 40 Dollar. Die können Sie haben.“

Versenkter Flugzeugträger USS Lexington im Vorjahr gefunden
Im Vorjahr war rund 800 Kilometer vor der Ostküste Australiens das Wrack des ebenfalls im Zweiten Weltkrieg versenkten US-Flugzeugträgers USS Lexington entdeckt worden. Fotos und Videoaufnahmen zeigten Bordkanonen und gut erhaltene Kampfflugzeuge, die zusammen mit dem Schiff untergegangen waren.

Die USS Lexington und der US-Flugzeugträger USS Yorktown hatten sich im Mai 1942 eine Schlacht mit drei japanischen Flugzeugträgern geliefert. Die USS Lexington - Spitzname „Lady Lex“ - wurde bei der sogenannten Schlacht im Korallenmeer schwer beschädigt.

Franz Hollauf
Franz Hollauf

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