Experten besorgt:

„Insektensterben kostet Österreich ein Vermögen“

Klaus-Peter Zulka, der an der FH Wels unterrichtet, berichtete beim Entomologentreffen in Linz, dass Insektenschwund in Österreich pro Jahr 550 Millionen Euro Schaden verursacht.

„OÖ Krone“: 80 Prozent weniger Insekten soll es geben. Ist das wissenschaftlich belegt?

Klaus-Peter Zulka: In Österreich fehlen, bis auf eine Studie mit einer Lichtfalle im Wiener Becken, belastbare Daten. Aber der Rückgang ist nicht zu leugnen. Das belegen auch Vogelzählungen wie der „Farmland Bird Index“, der einen Rückgang von 60 Prozent registriert und Vögel ernähren sich auch von Insekten.

„OÖ Krone“: Was ist der Grund für diesen massiven Rückgang?

Klaus-Peter Zulka: Es ist nicht ein Grund alleine. Ab 2008 förderte die EU die Brachen nicht mehr, nur mehr ein Fünftel blieb bestehen. Auf diesen Flächen überwinterten Insekten und es war ein Rückzugsort und Puffer. Raubinsekten zogen von hier aus auch in Felder aus, um Schädlinge unter Kontrolle zu halten. Dazu kommen der steigende Einsatz von Insektiziden, der Flächenverbrauch und immer mehr Barrieren.

„OÖ Krone“: Welche Barrieren?

Klaus-Peter Zulka: Große Felder, die es zu überwinden gilt, um zum nächsten Futterplatz zu gelangen. Oder Autobahnen. Ein Schmetterling kann zwar fliegen, hat aber wenig Chancen, durchzukommen. Stirbt dann an einem Ort eine Population aus, wird die Wiederansiedlung fast unmöglich.

„OÖ Krone“: Kann man den Schaden für die Menschen beziffern?

Klaus-Peter Zulka: Durch fehlende Bestäubung sind es in Österreich rund 300 Millionen Euro pro Jahr und durch mehr Einsatz von Spritzmitteln, weil fehlende Raubinsekten Schädlinge nicht unter Kontrolle halten, noch mal rund 250 Millionen.

„OÖ Krone“: Kann’s wieder besser werden?

Klaus-Peter Zulka: Schwer. Vor allem der Klimawandel wirkt anhaltend. Und besonders die Extremereignisse bei Dürre und spätem Frost sind Insektenkiller.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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