Unmenschlich!

Tritte mitten ins Gesicht: Belgier zeigt keine Reue

Tirol
20.02.2010 09:31
Platzwunden im Gesicht, die genäht werden müssen, ein Jochbeinbruch, der Montag in der Klinik Innsbruck operiert wird: Arg zugerichtet wurde Donnerstag jener Liftwart in der Wildschönau, dem ein tobender Belgier mit dem Skischuh Tritte ins Gesicht versetzte. Gegenüber der Polizei zeigte der Mann keine Spur von Reue!

Der Belgier (21) war am Donnerstag von Liftbediensteten an der Bergstation des Thalerkogel-Schleppliftes darauf aufmerksam gemacht worden, dass er durch das Verlassen der Skispur sich selbst und andere Skifahrer gefährde und dies unterlasse solle. Daraufhin drehte er durch und ging gegen die Liftwarte tätlich vor. Unterstützt durch vier weitere Landsleute kam es bald zu einer Massenschlägerei, wobei der Belgier den Liftwart zu Boden stieß, ihm einen Anorak über den Kopf zog und dann mit Skischuhen auf das wehrlose Opfer eintrat.

Erst mit einem Hubschrauber herbei geeilte Polizisten konnten dem Spuk ein Ende machen. Empörung herrschte am Freitag in der ganzen Wildschönau. Die Belgier machen dort eigentlich Skiurlaub, dem Vernehmen nach fuhren sie aber noch am selben Tag nach Hause. Fünf von ihnen waren zuvor auf freiem Fuß angezeigt worden.

Haupttäter fühlte sich in Freiheit eingeschränkt
Johann Egger von der Polizei Oberau hat den mutmaßlichen Haupttäter verhört: "Er zeigte überhaupt keine Reue und erzählte in ruhigem Ton den Vorfall so, als ob dies ganz normal wäre. Als er gerügt wurde, habe er sich in seiner Freiheit eingeschränkt gefühlt und deshalb mit Skischuhen auf den Liftwart eingetreten." Über den Vorfall hätten die fünf Belgier laut Egger "sieben Varianten zu Protokoll gegeben. Es gibt aber für uns ausreichend Beweise für ein Strafverfahren, wir haben die Belgier bei der Staatsanwaltschaft angezeigt."

Ludwig Schäffer, Geschäftsführer der Bergbahnen in der Wildschönau, hat mit seinem Angestellten gesprochen: "Er war vom raschen Angriff sowie von der brutalen Art geschockt." Bürgermeister Rainer Silberberger hat "Bestürzung im Ort" vermerkt, will aber berhuhigen: "Seit vielen Jahren vermittelt ein belgisches Reisebüro 300 Skifahrer zu uns. Die sind uns auch weiterhin willkommen. Leider gibt's überall schwarze Schafe - und auf die könnten wir gerne verzichten..."

von Günther Krauthackl, Tiroler Krone
Symbolbild

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