Gegen den "Öldurst"
USA wollen nach 33 Jahren wieder Atommeiler bauen
"Um unseren wachsenden Energiebedarf zu decken und den schlimmsten Folgen des Klimawandels vorzubeugen, müssen wir unser Angebot an Nuklearenergie vergrößern, so einfach ist das", sagte Obama. Der Bau der Reaktoren in Georgia werde Tausende Arbeitsplätze in der Konstruktionsphase sowie 800 dauerhafte Jobs schaffen, sagte der Präsident weiter. Die neue Anlage werde 16 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger ausstoßen als ein vergleichbares Kohlekraftwerk.
Wegen der hohen Kosten für den Bau neuer Atomanlagen sind staatliche Kreditzusagen an private Atomunternehmen ein wichtiger Faktor. Obamas Zusagen fundieren auf einem Gesetz aus der Amtszeit seiner Vorgängers George W. Bush - dies erlaubt staatliche Kredite für Projekte privater Energiekonzerne, sofern sie den Ausstoß an Treibhausgasen verringern.
Letzter AKW-Bau wurde vor 33 Jahren begonnen
Nach dem Reaktorunfall in Three Mile Island in Pennsylvania, bei dem 1979 größere Mengen Radioaktivität freigesetzt wurden, hatten die USA zunächst auf den Bau neuer Anlagen verzichtet. Das jüngste Atomkraftwerk steht in Seebrook im Bundesstaat New Hampshire. Der Bau wurde 1977 begonnen, 1990 ging es ans Netz. Die beiden neuen Reaktoren sollen auf dem Gelände eines bestehenden Atomkraftwerks in Burke in Georgia entstehen.
Obama wies in seiner Rede darauf hin, dass die Atomenergie auch "ernsthafte Nachteile" habe. Als Beispiel nannte er die ungelöste Frage der Lagerung atomarer Abfälle. Der Präsident erinnerte daran, dass er kürzlich eine Expertenkommission eingesetzt habe, welche sich um diese Frage kümmern soll. Bereits in seiner Rede vor dem Kongress im Jänner hatte Obama den Bau einer "neuen Generation sicherer und sauberer Atomkraftwerke" angekündigt.
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