Arzl im Pitztal

„Singesler“ eröffneten den Fasnachts-Reigen

Tirol
04.02.2019 07:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach vier Jahren der Abstinenz ging man am Sonntag in Arzl im Pitztal wieder in die Fasnacht. Die anmutigen „Singesler“ und ihr „Weibele“ zeigten dem Winter die Zähne.

Der morgendliche Blick aus dem Fenster der rund 200 aktiven Fasnachtler war am Sonntag wie die Ironie des Schicksals. Just jener zeigte seine Krallen, der durch die fasnachtliche Symbolik vertrieben werden soll: Der Winter. Doch die Vorderpitztaler fletschten zurück und trotzten mit ihrem „Singeslerlauf“ den unwirtlichen Bedingungen.

Nach monatelangen Vorbereitungen wartete man angespannt auf das Mittagsgeläut. Jetzt geht‘s los! Erst die Ordnungsmasken Sackner, Spritzer und Kübelemajen, die für die Hauptmasken Platz machen: die 13 „Singesler“ und ihr „Weibele“. Ein Paar, anmutig geschmückt mit ihrem Aufputz, die mit ihrem unvergleichlichen, hellen „Singesleklang“ (gegossene Glocken) laut Überlieferung den Winter vertreiben sollen. Ebenfalls unvergleichlich die Burgstallzurfer, die auf ihrem Hausberg gefällte Holzblöcke hinter sich herziehen. Die Bären, die den Frühling verkörpern, müssen sich (vorerst) heftige Stockhiebe auf ihren Kopf gefallen lassen, die „Labera“ gibt Schwänke von Dorfbürgern zum Besten und die Hexen wüten auch hier wie auch in den umliegenden Fasnachten.

Apropos: Der Winter hat keine nachhaltige Chance, denn bereits am kommenden Sonntag gehen die Walder in die Fasnacht und am 17. Februar folgt das große Schellerlaufen in Nassereith. Der Reigen ist also eröffnet.

Hubert Daum

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