20.01.2019 09:51 |

Wieder tote Migranten

Salvinis Botschaft an NGOs: „Häfen geschlossen!“

Nach zwei Schiffsunglücken mit womöglich über 100 toten Flüchtlingen im Mittelmeer bleibt der italienische Innenminister Matteo Salvini hart. Italien werde Rettungsschiffen mit Migranten an Bord nicht seine Tore öffnen. „Die NGOs können es vergessen, in Italien zu landen, die Häfen sind geschlossen.“

Bei zwei Schiffsunglücken im Mittelmeer könnten bis zu 170 Migranten gestorben sein. Ein Unglück mit womöglich 117 Vermissten ereignete sich am Freitag vor der Küste Libyens. Ein weiteres soll auf der Spanien-Route 53 Todesopfer gefordert haben.

Salvini: „Schlepper beginnen wieder mit schmutzigen Geschäften“
„Die NGO-Schiffe sind wieder im Mittelmeer unterwegs, die Schlepper beginnen wieder mit ihren schmutzigen Geschäften und die Menschen sterben wieder“, schrieb Salvini auf Facebook. Er betonte, dass die 47 Migranten, die von der deutschen NGO Sea Watch gerettet wurden, nicht in Italien landen werden. „Die NGOs können es vergessen, in Italien zu landen. Das Schiff kann eine lange Runde machen und die Migranten nach Hamburg bringen“, so Salvini.

Spanische NGO beklagt: „Acht tote Migranten pro Tag im Mittelmeer
Die spanische NGO Open Arms beklagte unterdessen, dass täglich acht Migranten bei Seefahrten über das Mittelmeer ums Leben kommen. „Zeit verlieren, bedeutet sterben“, so die Hilfsorganisation auf Twitter.

Die NGO berichtete, dass ihr Flüchtlingsrettungsschiff den Hafen Barcelona nicht verlassen dürfe. „Während unser Schiff in Barcelona blockiert ist, sterben Menschen im Mittelmeer“, so die Hilfsorganisation.

Linksparteien kritisieren Salvini
Salvini erntete für sein Vorgehen in der Migrationspolitik auch viel Kritik von Linksparteien. Der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, der auf eine offene Einwanderungspolitik drängt, meinte, die Regierung in Italien habe hunderte Migranten auf dem Gewissen. „Dieses Blutbad im Mittelmeer hält an. Salvini sage ich: Wird es zu einem zweiten Nürnberg-Prozess wegen den Toten im Mittelmeer kommen, wird er nicht sagen können, dass er nicht wusste, was sich dort abspielte“, so Orlando.

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