Mi, 23. Jänner 2019

Lage spitzt sich zu

08.01.2019 16:54

In der Steiermark gilt höchste Lawinenwarnstufe!

Es war zu befürchten: Für die steirischen Nordalpen wurde Dienstagabend die höchste Lawinenwarnstufe der fünfteiligen Skala („sehr groß“) verhängt. Das hat die Landesregierung nach einer Krisensitzung am Nachmittag bekannt geben. Es soll bis Freitagfrüh weiterschneien, die Lage in den tief verschneiten Regionen spitzt sich weiter zu. Der Zivilschutz rät, Vorräte anzulegen.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer erklärte nach einer Stunde der Sitzung des Koordinationsausschusses mit den Vertretern aller Einsatzorganisationen, man erwarte bis zum Freitag noch bis zu einem Meter Neuschnee in Teilen der Obersteiermark. „Ich habe mit mehreren Bürgermeistern gesprochen, alle sagen, dass sie derzeit zurecht kommen. Sie sagten aber auch, sag‘ den Einsatzorganisation ja, dass wir alle sehr dankbar sind.“ Man hoffe auf Wetterverbesserung, dies könnte ab Freitag zu Mittag der Fall sein, dann wären auch Hubschrauberflüge wieder möglich, hieß es vonseiten der Landesspitze und der Einsatzorganisationen.

Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) berichtete, dass nach wie vor rund 2000 Menschen abgeschnitten oder nur schwer erreichbar seien. Es stehe aber medizinisches Personal und Bergrettung bereit, um im Notfall in die eingeschneiten Orte zu kommen. „In der Sölk wurden Medikamente benötigt, binnen drei Minuten hatten wir auch einen Arzt, der mit der Bergrettung auf Skidoo und zu Fuß aufgebrochen ist“, sagte Schickhofer. Der Katastrophenschutzreferent erinnerte daran, dass das Ignorieren von Sperren oder Warnhinweisen nicht nur das eigene Leben, sondern auch jenes der Einsatzkräfte in Gefahr bringe. Dafür gebe es auch Strafen. „Das ist eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 750 Euro“, sagte Landespolizeidirektor Gerhard Ortner.

Enormes Gewicht der Schneemassen
In den steirischen Nordalpen gilt seit Dienstag, 18 Uhr, die höchtsmögliche Lawinenwarnstufe 5. Alexander Podesser, Leiter des Lawinenwarndienstes Steiermark, erklärt: „Das heißt jetzt natürlich nicht, dass Zustände wie in Galtür ausbrechen. Das Anheben der Warnstufe ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Was wann und in welchem Ausmaß nötig ist, entscheiden ohnehin die Experten vor Ort und individuell.“ Muss evakuiert werden, wird das auch getan.

Eine Lawinensprengung etwa konnte bereits am Montag am Präbichl durchgeführt werden (siehe Video), weitere sollen am Freitag, sobald sich das Wetter gebessert hat, folgen.

Laut Lawinenwarndienst können sich mittlerweile selbst in tiefen Lagen Gleitschneelawinen entladen. Böschungsrutsche aus den steilen Grashängen können auch während des Tages nicht ausgeschlossen werden. Die Behörden rieten eindringlich von Touren im freien Gelände und abseits der Pisten ab. Weiterhin starker Wind verfrachtete große Schneemengen und blockierte durch Verwehungen immer wieder Straßen.

Hubschrauber blieben meist am Boden
Das Bundesheer konnte am Dienstag keine Flüge durchführen. 27 Aufträge der Behörden zu Versorgungs-, Erkundungs- und Lawinenabsprengflügen harrten der Abarbeitung, sagte LHStv. Schickhofer.

Am Geierkogel im Katastrophengebiet von Pölstal, wo eine verheerende Lawine droht, scheiterte am Dienstag ein Aufklärungs-Versuch des Polizeihubschraubers. Der Sturm war einfach zu stark, das Wolkenfenster schloss sich zu schnell.

Mariazell von Steiermark aus nicht erreichbar
Mittlerweile sind 31 Straßen in der Steiermark gesperrt. Am Mittwoch um 4 Uhr früh kommt auch der Seebergsattel hinzu. Der Wallfahrtsort Mariazell ist von der Steiermark aus also nicht mehr erreichbar.

Wieder geöffnet waren am Dienstagnachmittag nach einigen Tagen Sperre die Straße über den Präbichl von Vordernberg nach Eisenerz sowie für Anrainer die Gesäusestraße von Admont nach Johnsbach. Hier war einem Hubschrauber des Innenministeriums aus Graz ein Erkundungsflug gelungen. Gesperrt war weiterhin die wichtige Verbindung Ennstal Bundesstraße (B320) zwischen Trautenfels und Espang, ein Ausweichen über Landesstraßen war für Pkw möglich, Lkw mussten das Gebiet großräumig umfahren. In Wildalpen waren die Straßen nach Hinterwildalpen und Rothwald gesperrt, ebenso die Hochschwabstraße nach Weichselboden.

Viele Straßensperren
In Schladming wurden die Straßen ins Ober- und Untertal gesperrt. Weiters nicht passierbar war die Straße zwischen Ober- und Unterlaussa in St. Gallen, der Koppenpass zwischen Bad Aussee und Obertraun (Oberösterreich) sowie die Pyhrnpass-Straße von Liezen nach Kirchbach (OÖ) im Bereich der Passhöhe. Nicht passierbar waren auch die Verbindungen von Ramsau nach Salzburg sowie von Bad Aussee über den Pötschenpass nach Bad Goisern (OÖ).

Die bereits in den vergangenen Tagen verfügten Straßensperren, etwa jene ins Sölktal, blieben aufrecht. Die Straße auf die Planneralm war dicht, ebenso jene über den Triebenpass zwischen Trieben und St. Johann am Tauern (Bezirk Murtal). Nicht befahrbar war die Straße über das Niederalpl zwischen Mürzsteg und Wegscheid, weiters die Gemeindestraße von Pusterwald im Bezirk Murtal in den Scharnitzgraben und nach Hinterwinkel. 

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