Di, 22. Jänner 2019

Zahlreiche Unfälle

05.01.2019 18:08

Schneechaos: Orte abgeschnitten, Heer alarmiert

Die heftigen Schneefälle in der Nacht auf Samstag sorgen für zahlreiche Straßensperren und erhöhte Lawinengefahr - just zum Ende der Weihnachtsferien. Auch am Wochenende bleibt die Situation angespannt. Bis zu zwei Meter Neuschnee werden erwartet, Die Lawinengefahr in vielen Teilen des Landes ist erheblich. Durch den Neuschnee kam es zu einigen Verkehrsunfällen, im steirischen Sölktal sind mehrere Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Auch das Bundesheer wurde angefordert. In Salzburg wird am Sonntagmorgen die Tauernautobahn (A10) vorübergehend gesperrt - um einen Lawinenabgang vorzubeugen, wird bei Flachau im Pongau eine kontrollierte Sprengung durchgeführt.

Seit Donnerstagnacht ist die Sölktalstraße in der Steiermark ab dem Kraftwerk auf Höhe Stausee gesperrt, sagte Josef Berger von der Landeswarnzentrale Steiermark gegenüber dem ORF: „Die Ortsteile Mößna, St. Nikolai und Fleiss sind von der Außenwelt abgeschnitten, zurzeit befinden sich noch rund 580 Menschen im Tal.“ Durch die schlechte Wetterlage waren keine Erkundungsflüge möglich. Auch die Trinkwasserversorgung stellte die Einsatzkräfte vor Herausforderungen, denn eine Hauptwasserleitung nach Sölk war defekt.

Auch Ortschaften zwischen Admont und Hieflau sind betroffen, hier musste die einzige, direkte Straßenverbindung gesperrt werden. Das Bundesheer soll allerdings wieder Flüge abhalten, sobald es die Wetterlage zulässt.

Wiener Außenring Autobahn für Stunden gesperrt
Wegen der winterlichen Fahrbahnverhältnisse musste am Samstagvormittag auf der Wiener Außenring Autobahn (A21) in Niederösterreich eine Totalsperre verhängt werden. Zahlreiche Lkw waren hängengeblieben, teilte die Asfinag in einer Aussendung mit. Gegen 11.40 Uhr konnte die Sperre schließlich wieder aufgehoben werden. Die Mannschaften der Autobahnmeistereien Alland und Pressbaum standen mit 23 Fahrzeugen im Einsatz. Autofahrer konnten großräumig über die Donauuferautobahn (A22), die Stockerauer Schnellstraße (S5) und die Kremser Schnellstraße (S33) ausweichen - hier kam es allerdings zu längeren Verzögerungen wegen des hohen Verkehrsaufkommens.

Lawinengefahr in Niederösterreich „groß“
In Teilen Niederösterreichs stieg die Lawinengefahr am Samstag auf Stufe 4 der fünfteiligen Skala und wird damit als „groß“ beurteilt. Dem Lagebericht zufolge sind die Ybbstaler Alpen und das Rax-Schneeberggebiet betroffen. In vielen anderen Gebieten des Bundeslandes herrscht demnach am Samstag Stufe 3 („erheblich“). Auch am Sonntag soll die Situation angespannt bleiben.

Mit der zunehmenden Schneelast könnten sich Lockerschnee- und Schneebrettlawinen spontan lösen und zum Teil auch Straßenbereiche gefährden, teilte der Warndienst Niederösterreich am Freitagabend mit. Eine Schneebrettauslösung durch die Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers sei möglich bis wahrscheinlich.

Menschen in Häusern eingeschneit
In Salzburg und Tirol wurde das Bundesheer in Alarmbereitschaft versetzt. Ein Foto aus Obertauern, das auf der Facebookseite „Aktuelle Wetterwarnungen für Österreich“ veröffentlicht wurde, zeigt, wie hoch der Neuschnee bereits gefallen ist. Denn aus dem Fenster der Userin Petra Turnowsky sieht man nur noch Schnee, ein Polizeibeamter aus Obertauern steckte vor seinem Posten bis zu den Achseln im Schnee.

Ein ähnliches Bild schickte ein User aus dem steirischen Niederalpl. Vor seinem Fenster türmen sich die Schneemassen.

Tauernautobahn in Salzburg am Sonntag gesperrt
Am Freitagnachmittag musste die Salzburger Tauernautobahn (A10) vorrübergehend wegen einer kontrollierten Lawinensprengung gesperrt werden. Um einen Lawinenabgang auf die A10 vorzubeugen, wird die Asfinag am Sonntagvormittag erneut bei Flachau im Pongau eine kontrollierte Sprengung durchführen. Die Autobahn wird deshalb am Sonntag von 8.30 Uhr bis etwa 9.30 Uhr in beide Fahrtrichtungen gesperrt, teilte die Autobahnbetreibergesellschaft am späten Samstagnachmittag mit.

In Richtung Villach wird der Verkehr bei der Einhausung Flachau angehalten, in Richtung Salzburg bei der Raststation Lungau. Die Asfinag hat sich dabei mit der örtlichen Lawinenkommission abgesprochen. Bereits am Freitagnachmittag musste ein Teil der Tauernautobahn wegen einer kontrollierten Lawinensprengung gesperrt werden.

Mehrere Verletzte bei Verkehrsunfällen
In Kärnten kam im Bezirk Feldkrich eine Frau mit ihrem Pkw auf der schneebedeckten Fahrbahn ins Schleudern und stieß gegen einen Baumstamm. Die Lenkerin wurde unbestimmten Grades verletzt.

Auf der Wiener Westautobahn (A1) kam es ebenfalls zu einem Unfall. Der 52-jährige Lenker gab gegenüber der Polizei an, dass er von einem plötzlich die Spur wechselnden Auto geschnitten und gezwungen wurde, nach rechts zu lenken. Dadurch geriet sein Fahrzeug ins Schleudern und überschlug sich. Der Wagen und eine Leitschiene wurden schwer beschädigt, der 29-jährige Beifahrer brach sich den Oberarm und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Auch im steirischen Mürzzuschlag wurde ein 26-Jähriger bei einem Autounfall verletzt. Er hatte versucht, auf einem Forstweg zurückzuschieben, nachdem sein Pkw hängen geblieben war. Dabei kam er von der Fahrbahn ab, stürzte über eine Böschung und überschlug sich mit dem Fahrzeug mehrmals. Ein Anrainer wurde durch das Bellen seines Hundes auf den Vorfall aufmerksam und rettete den Verletzten aus dem Fahrzeug.

ÖAMTC warnt vor starkem Wind und Regen
Der ÖAMTC warnt, dass neben den großen Neuschneemengen auch starker Wind und Regen die Straßen unsicher machen können. Zudem wird auf Grund des Endes der Weihnachtsferien ein erhöhtes Verkehrsaufkommen erwartet. 

In Innsbruck wurde der Flughafen auf Grund des Schneechaos gesperrt. Es mussten bereits mehrere Abflüge - darunter auch nach den Drehkreuzen London und Frankfurt - gestrichen werden. Zahlreiche Flüge mit Ziel Innsbruck wurden umgeleitet.

Auch Schienenverkehr betroffen
Auch der Schienenverkehr war durch den starken Schneefall nur beeinträchtigt möglich. Laut einer Aussendung der ÖBB waren auf der Strecke zwischen Stainach-Irdning und Schladming wegen der hohen Lawinengefahr keine Fahrten möglich. Laut einer Aussendung wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Wegen der Sperre der Ennstal-Bundesstraße (B320) wurde der Ersatzverkehr über eine Umleitungsstrecke geführt. Reisende brauchten rund zwei Stunden länger. Auch die Bahnstrecke zwischen Obertraun-Dachsteinhöhlen und Stainach-Irdning wurde am Samstag gesperrt. Hier sind Bahngäste mit dem Schienenersatzverkehr eine Stunde länger unterwegs.

Michaela Braune
Michaela Braune

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