04.01.2019 16:35 |

Umfassende Sperren

Wetteralarm im ganzen Land: Schneelage bedrohlich

Ausgerechnet für das Rückreisewochenende aus den Weihnachtsferien wurde nun eine Schneewarnung ausgegeben: Von Vorarlberg über Nordtirol und Salzburg bis zum Mostviertel rechnen die Wetterexperten verbreitet mit 20 bis 100 Zentimeter Neuschnee. Schon am Freitag wurde die Lawinengefahr verbreitet als erheblich oder groß eingestuft - ein Zustand der sich aber angesichts der Wetterlage wohl noch massiv verschärfen wird ...

In Vorarlberg herrschte am Freitag oberhalb von 1800 Metern erhebliche Lawinengefahr der Stufe 3 auf der fünfstufigen Gefahrenskala, unerfahrene Wintersportler wurden dazu aufgerufen, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen. Dass die Situation derzeit gefährlich ist, belegte am Donnerstag ein Abgang am Sonnenkopf in Klösterle am Arlberg. Ein unbekannter Skifahrer löste im freien Skiraum im Bereich des „Sunnaköpfle“ ein 50 Meter langes und zehn Meter breites Schneebrett aus.

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In Tirol steht ein schnee- und verkehrsreiches Wochenende bevor. Die Prognosen für Samstag gingen vorerst von 50 bis 100 Zentimetern Neuschneezuwachs in den Tälern des Unterlands und am Osttiroler Tauernkamm aus, in klassischen Staulagen könnte sogar noch mehr Schnee fallen. Neben dem Landeshubschrauber wurden auch ein Helikopter des Bundesheeres am Stützpunkt Schwaz sowie ein Lawineneinsatzzug in der Standschützenkaserne in Bereitschaft gesetzt.

Die Experten raten dringend davon ab, sich im freien Skiraum aufzuhalten. Besondere Hotspots seien das Karwendel, der Rofan, die Kitzbüheler Alpen sowie der Zillertaler und der Tauernhauptkamm. Hier könne sogar die höchste Lawinenwarnstufe 5 erreicht werden. Verkehrstechnisch wurde mit erheblichen Verkehrsbehinderungen wegen des bevorstehenden Urlauberschichtwechsels gerechnet.

Auch in weiten Teilen des Bundeslandes Salzburg galt schon am Freitag Lawinenwarnstufe 4. Und die vorhergesagten intensiven Schneefälle bei leicht ansteigenden Temperaturen sollten am Wochenende für eine weitere Verschärfung der Lage sorgen. Um einem möglichen Lawinenabgang auf die Tauernautobahn (A10) vorzubeugen, wird die Asfinag am Freitagnachmittag bei Flachau im Pongau eine kontrollierte Sprengung durchführen. Die Autobahn sollte deshalb am Freitag ab 13.30 Uhr für rund eine Stunde gesperrt werden. Die Straße über den Tauern muss bei Schneefällen, wie sie prognostiziert sind, oft komplett gesperrt werden, Urlauber würden dann festsitzen.

Die heftigen Schneefälle und starker Wind haben zu Beginn des Wochenendes zu einer Verschärfung der Lawinen- und Verkehrssituation vor allem in der Obersteiermark geführt. Hier herrschte durchgehend die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Von den Behörden wurde Bundesheer-Unterstützung angefordert. Alouette-III-Hubschrauber sollten am Freitag vom Fliegerhorst Aigen im Ennstal aus Erkundungsflüge im Großraum Ennstal durchführen und gegebenenfalls Lawinen absprengen. Wegen Lawinengefahr wurden zahlreiche Straßen gesperrt. Auf schneeglatten Fahrbahnen kam es zu etlichen Unfällen.

„In Kärnten herrschte am Freitag vor allem in den Hohen Tauern im Norden des Landes Lawinenwarnstufe drei“, hieß es vom Lawinenwarndienst Kärnten. Ein Problem war hier der stürmische Nordwestwind, der in den vergangenen Tagen bereits den Liftbetrieb in einigen Skigebieten eingeschränkt hatte. „Lawinen können bereits durch geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Wintersportlers ausgelöst werden. Spontane mittlere und auch große Lawinen sind zu erwarten.“ Für Samstag wurde erneut starker bis stürmischer Nordwestwind erwartet. Und während für die Gebirgsgruppen im Süden Kärntens trockenes Wetter vorhergesagt wurde, dürfte es in den Hohen Tauern erneut Schneefall geben.

In weiten Teilen Niederösterreichs war die Lawinengefahr am Freitag als „erheblich“ (Stufe 3) beurteilt worden. Bereits die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers könne zu einer Schneebrettauslösung führen. Für Samstag wurde ein Anstieg auf Stufe 4 („groß“) erwartet. Aufgrund von Sichtbehinderungen durch den starken Schneefall ereigneten sich vor allem am Donnerstagabend mehrere Unfälle mit Verletzen und Sachschaden, die laut Landespolizeidirektion aber „relativ glimpflich“ verliefen.

Bereits am Freitagnachmittag war in Oberösterreich der Schneefall wieder stärker geworden. Zudem wehte vor allem im südlichen Bergland kräftiger Wind mit bis zu 40 Stundenkilometer aus West bis Nordwest, so dass es zu Schneeverwehungen kommen konnte. Die Lawinengefahr war erheblich bis groß (Stufe 3 bis 4). In den Bergen dürfte vor allem am Samstag jede Menge Schnee fallen. Erst am Montag soll sich die Wettersituation entspannen.

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