Personal fehlt einfach

Hilferuf aus dem Heim: Zu wenig Zeit für Pflege!

„Niemals würde ich meine Großeltern oder Eltern bei den derzeit herrschenden Zuständen freiwillig in eine Pflegeeinrichtung stecken! ", schreibt uns eine Altenpflegerin (Name und Dienstort bekannt). Das Grundübel sei der vom Land 1998 festgelegte Mindestpersonalschlüssel, der den Anforderungen längst nicht mehr entspreche. Zeitmangel und Betreuungsprobleme seien die Folge. Hier finden Sie den Originalbrief der Pflegerin.

„Auch, wenn wir als Personal versuchen, unser Bestes zu geben, so reicht es dennoch bei weitem nicht aus, um angemessen und den betagten Menschen würdig zu sein“, schreibt die Pflegekraft in einem langen Leserbrief an die „Krone“. Die Wurzel allen Übels sei ihrer Erfahrung nach definitiv der veraltete, längst nicht mehr adäquate Personalschlüssel in Oberösterreich, der je nach Pflegegeldstufe eine bestimmte Anzahl von Beschäftigten inder Pflege vorsieht, in Stufe 5, zum Beispiel, ist das 1 Pflegling : 2 Pflegekräfte.

„Zeitfresser“ sind dazugekommen
Dieser Personalschlüssel gilt seit 1998: „Zu dieser Zeit gab es natürlich auch schon viele alte Leute, die Pflege brauchten, jedoch war der Anteil von Menschen mit demenziellen Erkrankungen damals ungleich niedriger“, schreibt die Pflegerin. Weiters sind ausufernde Dokumentationspflichten dazugekommen und andere „Zeitfresser“: „Das alles kostet das Personal unendlich viel an wertvoller Zeit, die eigentlich den uns anvertrauten, Menschen zustehen würde.“

Überlastung mittlerweile „normal“
Die anderer Seite sind die Folgen für das Personal - Überlastung bis hin zum Burn-out seien mittlerweile „normal“. Fazit: „Die aktuelle Situation in der Pflege stellt mich und sehr viele meiner Kollegen mittlerweile tatsächlich vor die Entscheidung, sich anderweitig zu orientieren und dem Pflegedienst den Rücken zu kehren.“

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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