Zerstrittene SPÖ

Köfer im Streit mit Manzenreiter, Kaiser verwundert

Kärnten
02.02.2010 11:44
Eigentlich hätten am Sonntag die Weichen in der Kärntner SPÖ gestellt werden sollen. Stattdessen bewies die Partei, wie heillos zerstritten sie ist: Ein konspiratives Treffen im Gasthaus Fruhmann in Wernberg dauerte nur kurz, die Präsentation des Konzeptes von Gerhard Köfer fand nicht statt, der Chef der Parteireformgruppe Peter Kaiser war gar nicht erst eingeladen und der mächtige Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter richtete Köfer medial aus, was er von ihm hält – nämlich genau nichts.

Wie gesagt, das war das Geschehen in der Kärntner SPÖ an einem einzigen Sonntag. Aber der Reihe nach! Das Treffen zwischen dem Spittaler Bürgermeister Köfer und einigen Bezirksobleuten der SPÖ im Wernberger Gasthaus war eigentlich als Chance für Köfer gedacht, seine Vorstellungen zu präsentieren.

Es kam anders, wie SPÖ-Insider berichten. Demnach habe es Kritik Köfers an den nicht anwesenden Manzenreiter und Kaiser gegeben. Dieses Duo sei wiederum von Nicole Cernic verteidigt worden – der Streit war fertig.

Kaiser: "Verstehe die Eile nicht"
Apropos Abwesende: Landesrat Peter Kaiser als Chef der SPÖ-Reformgruppe zeigte sich Montag verwundert: "Ich war nicht eingeladen. Ich verstehe auch die Eile nicht. Wenn in vier Jahren gewählt werden würde, wäre es blöd, einen neuen Obmann oder eine neue Obfrau jetzt zu verheizen." Außerdem sei ausgemacht gewesen, dass sich das Präsidium erst am 15. Februar treffe, um die Nachfolge von Reinhart Rohr zu regeln.

Manzenreiter lässt Vorwürfe nicht stehen
Und plötzlich soll auch wieder Helmut Manzenreiter im Spiel sein... Der Villacher Bürgermeister bemühte sich am Montag aber um Klarstellung. "Ich habe nur gesagt, jetzt kann man in einer Regierung mit FPK-Mehrheit nichts verändern. Und um diese zu ändern, bedarf es zuerst Neuwahlen", so Manzenreiter. Der Vorwurf, zwar bereit zu sein, als Spitzenkandidat in Neuwahlen und Regierungsverantwortung zu gehen, aber sich für den Knochenjob als Parteichef zu schade zu sein, lässt Helmut Manzenreiter nicht stehen.

SPÖ "nicht in guten Händen"
Wie zerstritten die SPÖ-Bürgermeister der beiden großen Oberkärntner Städte sind, beweist eine Manzenreiter-Aussage im "Krone"-Gespräch in Richtung Spittal: "Ich verhehle nicht, dass ich die SPÖ bei Gerhard Köfer nicht in guten Händen glaube." Und Köfer? Er antwortete ebenso deftig: "Manzenreiters zerstörerische Vorgangsweise bei der Bestellung von Parteiobleuten hat Tradition. Niemand vergisst seine tatkräftige Rolle beim frühzeitigen Abgang der SPÖ-Chefs Ambrozy, Ausserwinkler, Schaunig und nun Reinhart Rohr."

Köfer lässt auch wissen, er würde die Funktion des Parteivorsitzenden ehrenamtlich, ohne einen Euro Steuergeld oder auf Parteikosten, ausführen.

"Kärnten Inoffiziell" von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone" 

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