"Stehe meine Frau"

100 Tage im Amt – Interview mit Doris Hummer

Oberösterreich
29.01.2010 10:28
Seit fast 100 Tagen hat Doris Hummer nun schon als Landesrätin im politischen Geschehen im Land mitgemischt. Im Gespräch mit der "OÖ-Krone" erzählt die Neo-Politikerin, warum sie in der männerdominierten Regierungsriege noch nie richtig "umgerührt" hat und ihr Leben seit dem "Polit-Schnellstart" komplett umkrempeln musste.

"Krone": Bis dato war es recht ruhig um Sie. Viele sehen Sie schon jetzt als Quotenfrau oder gar nur als "Regierungsaufputz".
Doris Hummer: Ich selbst sehe mich nicht so. Ich bin leider die einzige Frau in der Landesregierung, da sind uns andere Bundesländer sicher voraus. 

"Krone": Haben Sie sich Ihr Polit-Leben anders vorgestellt?
Hummer: Ich bereue nichts, man kann sich das aber auch vorher nicht vorstellen. Mein Leben hat sich 100-prozentig verändert. Am forderndsten ist der Termindruck.

"Krone": Und das starre System?
Hummer: Vieles muss seinen Weg gehen, braucht länger, weil viele mitgestalten. Wenn man wie ich aus einem kleinen Unternehmen kommt, muss man sich umstellen.

"Krone": Polit-Gefechte sucht man bei Ihnen bis jetzt vergeblich?
Hummer: Unsere Welt ist nicht soweit auseinander – nur die Anschauungen sind anders. Wichtig ist, dass man sich im Ergebnis wiederfindet. Es wird auch noch Themen geben, wo ich auf den Putz haue. Ich stehe meine Frau.

"Krone": Es ändert wohl auch den Blickwinkel auf die Politik, wenn man selbst das Zepter in der Hand hat.
Hummer: Die Öffentlichkeit hat zum Teil sicher ein falsches Bild von der Politik – die aber in der Realität unser aller Zusammenleben regelt.

"Krone": Was haben Sie in den nächsten 100 Tagen vor?
Hummer: Unter anderem wird es ein Projekt geben, das mehr Frauen in Entscheidungsgremien bringen soll.

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