Vorweg zur Klarstellung: Das, was Kärnten noch viel weniger braucht als Zurufe und verbale Tritte, sind die unnötigen Reaktionen heimischer Politiker darauf.
Da versteigt sich auf der einen Seite der hellblaue Ultra-Scharfmacher Kurt Scheuch zur Aufforderung, Udo Jürgens solle nach seiner in einem Magazin geäußerten Kärnten-Kritik jenen Landesorden in Gold zurückgeben, den ihm Jörg Haider einst verliehen hatte. Und richtet damit nur noch mehr Schaden an, weil er genau das tut, was alle Kritiker erwarten; stur Sprüche aus der tiefsten Schublade klopfen.
Genauso entbehrlich freilich ist die Reaktion von Rot-Landesrat Peter Kaiser. Er wolle, lässt er wissen, Udo Jürgens einen „zusätzlichen, symbolischen Orden verleihen“, weil er seine freie Meinung äußere. Udo Jürgens hatte von „posthumer Heldenverehrung“ gesprochen. Und gemeint: "Es ist furchtbar." Und man müsse sich bei Österreich entschuldigen, was "in diesem Land" geschehen sei. Und er sage dies, fügte der große Entertainer dann hinzu, weil er "Kärnten liebe"…
Nun gut, dann könnte er vielleicht auch etwas für seine alte Heimat tun. Zum Beispiel: Udo könnte die Seebühne übernehmen; mit seinem Ruhm, seinen Kontakten, seiner Musik, letztlich auch seinem Geld könnte er ein Zeichen setzen, zeigen, wie es "anders" geht. Dass man im schönen Kärnten an einem der schönsten Plätze Schönes bieten könnte. Auf der "Udo"-Bühne. Das wär’ was!
von Hannes Mößlacher, "Kärntner Krone"
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