11.12.2018 15:29 |

Sprung ins Spital

Viele Kinder verletzen sich in Trampolinparks

Das Hüpfen am Trampolin macht Spaß, ist aber auch gefährlich. Mediziner der Grazer Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie zeigten sich am Dienstag vor allem auch über die zunehmende Zahl von Unfällen in Indoor-Trampolinparks besorgt. Die Zahl der verletzten Kinder im Einzugsbereich der Klinik habe sich von 2017 auf 2018 verdoppelt. Die Gefahr werde vielfach unterschätzt.

Gebrochene Unterarme, ausgerenkte Ellbogen, verdrehte Knie, Wirbelsäulenverletzungen: Wenn Kinder nach wagemutigen Saltoversuchen oder Sprüngen auf dem Trampolin schräg aufkommen, kann der nächste Weg auch direkt ins Krankenhaus führen. 

„Nicht mehr länger zusehen“
In der Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie wurden in diesem Jahr schon 105 Kinder und Jugendliche nach Unfällen in Indoor-Trampolinparks behandelt, schilderte Klinikvorstand Holger Till, zugleich Präsident des Vereins „Große schützen Kleine“. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Zahl verdoppelt, zeigten sich die Grazer Mediziner besorgt. Da wolle man „nicht mehr länger zusehen“.

Kurse sollen Verletzungen verhindern
„In Trampolinparks springen Kinder nach Herzenslust. Klare Regeln und Basiskenntnisse im Trampolinspringen sind jedoch unerlässlich, um schwere und unnötige Unfälle zu vermeiden“, warnte Till. Der Verein „Große schützen Kleine“ will nun gemeinsam mit den Sprungparks und dem Landesturnverband Steiermark Kurse anbieten, um die weitere Zunahme von schweren Verletzungen zu verhindern.

Knochenbrüche sind häufig
„Vierzig Prozent der Kinder und Jugendlichen, die nach Unfällen in Trampolinhallen zu uns kommen, haben eine schwere Verletzung“, schilderte der Vorstand der Grazer Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie. Bei den schweren Verletzungen handle es sich zu 98 Prozent um Knochenbrüche.

An erster Stelle geraten die Beine und Füße in Mitleidenschaft (40 Prozent), Arme und Hände sind zu rund 30 Prozent betroffen. In den vergangenen zwei Jahren hätten zudem 20 Kinder Wirbelsäulenverletzungen, Kopfverletzungen (16 Kinder) und Rumpf-Beckenverletzungen (11 Kinder) erlitten, führte Till aus.

„Fataler Irrglaube“
Schlechte Landungen auf einem Bein oder mit den Armen am Trampolin seien weit gefährlicher als üblicherweise angenommen, warnte der Mediziner. „Zu glauben, dass solche Landungen von Trampolin abgefedert werden können, ist ein fataler Irrglaube“, hob auch Dieter Hayn von der Sektion Trampolin des Landesturnverbandes Steiermark hervor. Wenn beispielsweise bei einem Saltoversuch ein Knie ins Gesicht schlage, helfe auch die weiche Unterlage nicht viel. „Die ersten Saltoversuche sollen niemals ohne professionelle Hilfe unternommen werden.“

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