02.12.2018 13:44 |

Ägypter erzürnt

Schauspielerin muss wegen „Nacktkleid“ vor Gericht

In Ägypten muss sich die Schauspielerin Rania Jussef wegen eines halb durchsichtigen Kleides im Jänner vor Gericht verantworten. Sie war am Donnerstag beim Internationalen Filmfestival in Kairo mit einem eng anliegenden schwarzen Spitzenkleid über den roten Teppich gelaufen, durch das ihre Beine zu sehen waren.

Zwei Anwälte zeigten Jussef wegen „Anstiftung zu Ausschweifungen“ an. Nach Justizangaben drohen ihr im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Der Anwalt Samir Sabri, der schon mehrere Prominente vor Gericht gebracht hat, sagte, Jussef habe mit ihrem Kleid gegen gesellschaftliche Werte und Traditionen verstoßen und damit „dem Ruf des Filmfestivals und der ägyptischen Frauen“ geschadet.

„Mir war nicht klar, dass es so viel Ärger hervorrufen würde“
Auch die Schauspielergewerkschaft meldete sich mit Kritik zu Wort, allerdings ohne Jussef namentlich zu nennen. Das Auftreten „mancher Festivalbesucher“ sei nicht mit den Traditionen und Werten der ägyptischen Gesellschaft zu vereinbaren gewesen, erklärte die Gewerkschaft. Damit hätten sie dem Festival und der Gewerkschaft geschadet, „die für das Verhalten ihrer Mitglieder verantwortlich ist“.

Jussef, die Mitglied der Schauspielergewerkschaft ist, entschuldigte sich. Sie bitte die „vielen“ Menschen, die sie mit ihrem Kleid „verärgert“ habe, um Verzeihung, schrieb sie auf Twitter. Sie habe das Kleid zum ersten Mal getragen - „und mir war nicht klar, dass es so viel Ärger hervorrufen würde“.

Anfang des Jahres war die ägyptische Sängerin Leila Amer wegen eines aufreizenden Musikvideos der „Anstiftung zu Ausschweifungen“ schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

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