27.11.2018 16:24 |

5,2 Millionen m³ weg

Hitzesommer setzte Dachsteingletscher stark zu

Der heurige Hitzesommer hat auch für einen starken Gletscherschwund auf dem Dachstein an den Landesgrenzen von Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark gesorgt. Insgesamt sind 5,2 Millionen Kubikmeter Eis abgeschmolzen, in etwa so viel wie der Jahrestrinkwasserverbrauch der Städte Wels und Steyr, berichtete Oberösterreichs grüner Umweltlandesrat Rudi Anschober am Dienstag.

Das Land hat wegen der Bedeutung der Gletscher als „Fieberthermometer des Planeten“ 2006 die gemeinsame Forschungstätigkeit von BlueSky-Wetteranalysen und der Universität Innsbruck am Dachstein gestartet. Die heurige Bilanz ergibt mit einem Längenverlust von rund 140 Metern und erheblichen Rückgängen der Eisdicke die drittstärkste Schmelze seit dem Messbeginn 2007.

Der vergangene Winter war sehr schneereich. Obendrein war es vor allem im Frühwinter und von Jänner bis März kalt und sehr windig mit starken Schneeverfrachtungen. Er galt damit zunächst als „Hoffnungswinter“. Doch bereits der Februar und der März waren überdurchschnittlich trocken. In der ersten Aprilhälfte erfolgte der Wechsel von Winter auf Frühsommer. Ab diesem Zeitpunkt war jeder Monat zu trocken.

Hitzesommer führt zu massivem Eisverlust
Zudem erlebte der Gletscher einen Hitzesommer, der zu der massiven Schmelze führte. Auch der Herbst war weitaus zu warm und zu trocken. Der Schwund des nicht mehr „ewigen Eises“ verschlechtert die Bedingungen für die Tourismusbetriebe am Berg, ebenso die Begehbarkeit der Wanderwege, Klettersteige und der Routen über den Gletscher.

Die oberösterreichische Energie AG unterstützt das Forschungsprojekt wegen der wirtschaftlichen Relevanz des Dachsteingletschers. Denn dieser liegt mit seinem Einzugsgebiet am Beginn ihrer Kraftwerkskette mit 16 Speicher- und Laufkraftwerken entlang der Traun. Deren Stromerzeugung mit durchschnittlich 700 Gigawattstunden pro Jahr ist ein wesentlicher Bestandteil der Wasserkrafterzeugung des Unternehmens.

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