Trotz Onlinehandel und Wirtschaftsflaute ist die 55. Inform mit 260 Ausstellern voll. Ihr stärkster Trumpf: Begegnungen statt Bildschirm.
Ein neues Auto, die Heizung fürs Haus oder der Pool für den Garten: Was früher auf einer Messe gesucht wurde, lässt sich heute vom Sofa aus mit wenigen Klicks bestellen. Braucht es eine Publikumsmesse wie die Inform überhaupt noch?
260 Aussteller erwartet
In Oberwart im Burgenland ist man davon überzeugt. Von 2. bis 6. September öffnet die Inform bereits zum 55. Mal ihre Tore. Und das Interesse der Wirtschaft ist ungebrochen. 260 Aussteller haben sich angekündigt. „Unter den Voraussetzungen, dass es der Wirtschaft derzeit nicht gut geht, ist es ein Wahnsinn, dass wir voll sind“, sagt Veranstalter Markus Tuider.
Für ihn liegt die Stärke der Inform dort, wo das Internet nicht mithalten kann: beim persönlichen Kontakt. „Die Emotion bekommt man online nicht. Es geht ums Treffen, um gemeinsam einen Spritzer zu trinken“, sagt Tuider. Viele hätten es ohnehin satt, sich hinter dem Handy zu verstecken. „Es ist schön, jemandem wieder die Hand geben zu können, und genau das wollen wir auch bieten.“
Das Publikum reiche von Kindern bis zu 90-Jährigen. Zu entdecken gibt es vieles – vom handgefertigten Holzbrett über Kosmetik bis zum Piercer samt Tattoostudio. Reine Verkaufsschau ist die Inform längst keine mehr. Shopping, Unterhaltung und Kunst verschmelzen immer stärker. Für Aufsehen soll heuer die weiterentwickelte OHO-Ausstellung „Body Modification“ sorgen. Kinder erwarten Spiel und Spaß im Familienbereich, das Bundesheer kehrt nach mehreren Jahren mit einer Leistungsschau zurück.
Bürgermeister Georg Rosner: „Es ist nicht mehr so wie früher, trotzdem bleibt die Inform ein wichtiger Faktor für Oberwart.“ Sie habe dazu beigetragen, dass die Stadt heute als Wirtschafts- und Messestandort wahrgenommen werde. Das Einzugsgebiet zwischen Wien, Graz und Ungarn mache Oberwart auch für Betriebe attraktiv.
Zuletzt hatte die Zukunft des Standortes für politische Debatten gesorgt. Die Stadt übernahm eine Haftung für einen Kredit über 1,5 Millionen Euro, ein Teil davon war für das undichte Dach der Messehalle vorgesehen.
Die Leute müssen kommen, dann wird es auch die 60. Inform geben.
Messerveranstalter Markus Tuider
Die Arbeiten seien abgeschlossen, versichert Rosner: „Es wird nicht reinregnen.“ Ob die Traditionsmesse auch ihre 60. Ausgabe erlebt, entscheidet für Tuider letztlich das Publikum: „Die Leute müssen kommen, dann wird es auch die 60. Inform geben.“
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