„Mit neun Gehältern“

Soldaten von Ekel-Schiff gehen in Thailand an Land

Außenpolitik
25.08.2026 18:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Besatzung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln wird offenbar in Thailand an Land gehen – nach mehr als 200 Tagen auf Hoher See. Die Zustände an Bord des US-Kriegsschiffes sollen prekär sein. 

Die Soldaten haben seit mehr als 200 Tagen kein Land mehr gesehen, Anfang September sollen sie in Thailand eine dringend benötigte Pause bekommen. Das berichtet „USA Today“ unter Berufung auf Familienmitglieder der Besatzung. Damit endet eine wahre Leidenszeit.

„Stell dir vor, du bist 20 ...“
Aus Navy-Kreisen hieß es zur Destination wenig geschmackvoll: „Die beste und schlechteste Idee in der Geschichte der US-Navy. Stell dir vor, du bist 20 Jahre alt, hast neun Monatsgehälter in der Tasche und legst in Thailand an (...) Ich fliege vielleicht hin und schließe mich ihnen an“, erklärte ein Insider dem Journalisten Alex Marquardt.

US-Medienberichten zufolge haben die Soldaten harte Monate hinter sich. Von Versorgungsengpässen, Problemen bei den Sanitäranlagen und einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit der Besatzung an Bord aufgrund der Länge des Einsatzes war zuletzt Rede gewesen – Besatzungsmitglieder hätten etwa versucht, über Bord zu springen. Das US-Militär wies die Berichte zurück. 

Das US-Militär wies die Berichte zurück. Der Flugzeugträger weise unter allen eine der höchsten Wiederverpflichtungsraten der Besatzung mit 84,4 Prozent auf, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Eine solche Rate beschreibt den Anteil der Soldaten, die freiwillig weiter im Militär bleiben, nachdem ihre Vertragszeit abgelaufen ist.

Von Centcom hieß es weiter, der mentale Verfall der Crew werde überzogen dargestellt. Ein Matrose, der am 3. August über Bord gegangen sei, sei schnell und sicher geborgen worden, hieß es weiter.

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln lief im November aus San Diego aus. Die Kampfgruppe sollte ursprünglich im Mai nach Hause zurückkehren, wurde jedoch im Jänner im Vorfeld des Iran-Kriegs in den Nahen Osten umgeleitet und war mehr als 260 Tage im Einsatz – darunter mehr als 200 Tage in Folge ohne Hafenaufenthalt.

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