Demjanjuk-Prozess

Zwei Sobibor-Überlebende sagen als Zeugen aus

Ausland
18.01.2010 22:11
Der Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk wird am Dienstag mit der Vernehmung von zwei Holocaust-Überlebenden fortgesetzt. Der gebürtige Ukrainer ist angeklagt, 1943 bei der Ermordung von 27.900 Juden in den Gaskammern des Vernichtungslagers Sobibor geholfen zu haben. Die beiden Zeugen Thomas Blatt (82) und Philip Bialowitz (84) haben die Vernichtungsmaschinerie des Lagers überlebt.

Sie waren als Arbeitsjuden eingesetzt und konnten bei einem Aufstand im Oktober 1943 fliehen. Heute leben sie in den USA und treten auch als Nebenkläger auf - ihre Familien starben in Sobibor.

Für ihre Befragung sind bis zum Donnerstag drei Prozesstage angesetzt. Beide können über das Lager und das Verhalten der sogenannten Hilfswilligen der Nazis berichten, zu denen Demjanjuk gehört haben soll. Konkret an den heute 89-jährigen Angeklagten können sie sich aber beide nicht erinnern. 

Am vergangenen Donnerstag war der Prozess wegen gesundheitlicher Probleme Demjanjuks ausgesetzt worden.

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