"Lage ist kritisch"

Landesspitäler nahe an Pleite: Wie geht es nun weiter?

Kärnten
16.01.2010 15:55
Fast zwei Milliarden Euro hat die Spitalsholding „Kabeg“ Schulden. Wen wundert’s, wenn derzeit wilde Gerüchte um eine völlige Privatisierung der Landeskrankenhäuser umher spuken - mehr dazu in der Infobox. ÖVP-Landesrat Josef Martinz sieht ebenfalls einen Finanz-Tsunami auf Kärnten zurollen.

„Die Lage ist kritisch!“, analysiert Martinz im „Krone“-Gespräch und ergänzt mit klaren Worten: „Es kommt eine hochdramatische Entwicklung auf uns zu, denn die Finanzierung der Abgänge in den Landesspitälern steigt und steigt.“

Vor allem die Gemeinden, die das öffentliche Gesundheitswesen mitfinanzieren müssen, würden die Lasten kaum mehr tragen können, meint Martinz. Ein von ihm angedachter Lösungsansatz wird jetzt für Aufregung sorgen: „Man könnte die Kabeg in die Landeshoheit zurückführen. So eine Erfolgsgeschichte ist sie ja nicht.“

Wie berichtet, soll angeblich eine Bietergemeinschaft aus „Humanomed“, der internationalen „Vamed“-Gruppe und weiteren Investoren Interesse am „LKH neu“ angemeldet haben. Die Chefs der Unternehmen dementieren zwar, SPÖ-Landesrat Peter Kaiser hat aber bereits vorsorglich protesiert: „Die Gesundheitsversorgung  der Bevölkerung muss öffentlich bleiben!“

Eine Rückführung der „Kabeg“ in die Landesverwaltung – wie von Josef Martinz angedacht – ist pikant, weil zur Zeit ein neuer Chef gesucht wird. Der Manager Ralf Hinrichs hatte abgesagt, derzeit wird mit Ines Manegold verhandelt.

von Fritz Kimeswenger, „Kärntner Krone“

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