Die Dunkelziffer sei um ein Vielfaches höher, betont AK-Präsident Johann Kalliauer: "Der Vertrieb für Finanzprodukte läuft oft über Verwandte und Freunde, die man nicht anzeigt."
Die 1.000 Fälle, die von der AK im Vorjahr bearbeitet wurden, reichen von Firmen wie AWD und Meinl European Land, gegen die Musterprozesse geführt werden, bis zu Fehlberatungen durch Bankangestellte und Freiberufler.
Blitzkurs in Sachen "Börse"
"Bei den Banken finden wir Verständnis", so Kalliauer, dem besonders die "nur mit zwei Wochenendkursen geschulten" Vertreter von Finanzprodukten ein Dorn im Auge sind. Wie auch die Wirtschaftskammer-Vertretung der geprüften Finanzberater fordert er eine verpflichtende Prüfung für alle, die Anlageberatungen durchführen wollen.
"Schwindlige" Produkte und dubiose Vertragsbedingungen fallen dem Konsumentenschutz "sofort auf", betont Rathwallner: "Wir haben pro Tag rund 400 Anfragen, da ist immer jemand dabei, der so etwas meldet."
Beratung gefragt
Insgesamt zählten die AK-Konsumentenschützer im Vorjahr 120.000 Anfragen und Beschwerden, darunter 90.000 am Telefon und über 6000 per E-Mail. Die elektronische Vernetzung der Konsumenten schlägt sich auch im Inhalt nieder: Bei mehr als 12.000 Anfragen und Beschwerden ging es 2009 ums Internet.
Firmen, die im Netz Kunden abzocken, sind kaum zu fassen: Sie wechseln kurzfristig die Web-Adresse.Viele Beschwerden gibt es auch, weil Banken die Sparzinsen senken, aber die Kreditzinsen gleich hoch lassen.
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