Eine Begründung, warum dieser unerwartete Freispruch erfolgte, erfuhr man von der neuen Richterin Verena Offer nicht. Die Öffentlichkeit war beim gesamten Prozess und auch bei der Urteilsbegründung ausgeschlossen. Robert Hochstaffl und sein Anwalt Albert Heiss verließen freudestrahlend das Gerichtsgebäude. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
Verteidiger Heiss will nun eine Wiederaufnahme des vorangegangenen Untreue-Prozesses erreichen: Wegen dieser "verschwundenen" 1,2 Millionen Euro ist Hochstaffl seinerzeit zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Diese Strafe hat er bereits abgesessen.
Im Zuge des ersten Prozesses vor Richter Werner Urbaner – er wurde mittlerweile ans Oberlandesgericht berufen – stellte sich laut Meinung des Richters heraus: Die von Staatsanwalt Wilfried Siegele angeklagte, hinterzogene Steuerschuld Hochstaffls von 1,2 Millionen Euro sei zu hoch gegriffen und solle korrigiert werden. Der Ankläger beharrte aber auf der Summe und beantragte neue Zeugen.
Robert Hochstaffl dagegen schloss aus einem parallelen Fall: Seine Steuerschuld belaufe sich nur noch auf 19.800 Euro! Und gehöre daher gar nicht vors Schöffengericht.
von Hans Licha, Tiroler Krone
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